Reisebericht Südamerika 2015

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Reisebericht Südamerika Kreuzfahrt um Kap Hoorn

Unsere erste "Hummeldumm" - Gruppenreise

Mo 26.1.2015 Anreise

Flug Hannover - Paris 16:10 - 17:40
Der Flug geht pünktlich und wir dürfen fast sechs Stunden auf dem Charles de Gaulle Airport tot schlagen, was uns mit netten Gesprächen und Skat-Spielen gut gelingt.
Gegen neun begeben wir uns in den Duty Free Laden und treffen dort Benjamin (unseren Reiseleiter) und einen Teil der Truppe. Wir erfahren, dass es 25 + Reiseleiter geworden sind, also maximale Anzahl.
Paris - Rio de Janeiro 23:20 - 7:50

Die 27.1.2015 Ankunft Rio de Janeiro, Brasilien

Der Flieger landet um halb acht Ortszeit und eine Stunde später sind wir dann auch durch die Passkontrolle durch.

Raus in die Hitze, 26° C soll es sein. Luiz, der brasilianische Guide erwartet uns und der Bus taucht auch 15 Minuten auf.
45 Min. dauert es bis zum Hotel, denn es ist noch abflauende Rush Hour.
Leider sind die Zimmer noch nicht bezugsfertig und wir ziehen alle ganz unkompliziert im Hotelfoyer unsere kurzen Hosen an, sehr zum Erstaunen der Brasilianer. Sie tragen zwar Zahnseiden- Bikinis, aber das fanden sie nicht angebracht.
Halb elf startet die Reisegruppe Eberhardt mit den zwei Führern in die Altstadt, um einen Spaziergang durch die kolonialen Bauten zu machen. Es ist heiß!!!! Ein Thermometer zeigt auf der Straße 32° C an.

Wir gehen an verschiedenen alten Gebäuden vorbei, wobei vieles sehr baufällig aussieht. Die Stromleitungen sind noch abenteuerlicher angebracht als in den USA.
Am Alerj vorbei (der Assembléia Legislativa do Rio de Janeiro) dem gesetzgebenden Parlament, geht es dann durch kleine Gässchen mit alten Balkonen und bunten Anstrichen, bis wir in einer kleinen Kirche landen, laut Luis eine der schönsten Kirchen. Die Igreja de Nossa Senhora da Lapa dos Mercadores ist reich geschmückt und enthält eine Marienstatue, um die sich eine Legende rangt.
Danach besichtigen wir kurz die "alte" Kathedrale Rios, die Paroquia Nossa Senhora de Carmo da Antiqa Se.

Weiter geht es durch Geschäfts-straßen wie die Rua Sete de Setembro (Straße der Unabhängigkeit), an bunt beklebten Telefonzellen zur portugiesischen Bibliothek, der "Real Gabinete Portuguez De Leitura ", die von 1880 bis 1887 gebaut wurde. Der Innenraum ist beeindruckend! In ihm befinden sich 350.000 Bücher, einschließlich seltener, portugiesischer Werke aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Allerdings kann man die Bücher nicht ausleihen, nur vor Ort lesen.
Vorbei an typisch portugiesischen Kirchen wie der Igreja de São Francisco de Paula laufen wir schon ziemlich erschöpft zur "Confeiteria Colombo", einem Bau aus dem Jahr 1894 im Jugendstil, in dem sich ein Café befindet. Hier essen wir um zwölf Uhr zu Mittag, Buffet.

Zum Abschluss der heutigen Tour besichtigen wir noch die neue Kathedrale, die uns ein wenig an einen futuristischen Mayatempel erinnert. Die Sao Sebastiao Metropolitan Cathedral, Catedral de São Sebastião do Rio de Janeiro, wurde 1979 fertig gestellt, ist 96 m hoch und spiegelt sich im gegenüberliegenden modernen Glasbau. Auch ohne Klimaanlage ist es in ihr angenehm kühl durch die besondere Bauweise und mehrere offene Bereiche, durch die die Luft entweichen kann.
Dann geht es zurück ins Hotel, nach einer Pause soll es zur Copacabana gehen.
Susanne und Robert sind vom Pech verfolgt. Einer ihrer Koffer ist verschwunden. Robert sucht mit Benjamin in allen Zimmern unserer Gruppe - erfolglos.
Als wir um viertel vor vier unten an der Rezeption sind, ist der Koffer noch weg :-((((
Der Manager ist zuerst nicht bereit alle Zimmer zu checken, aber mit vereinten Kräften und Videoanalyse der öffentlichen Räume, entdeckt man, dass der Koffer zumindest nach oben befördert wurde. Endlich werden alle leeren Zimmer gecheckt. Gegen halb fünf kommt die Erfolgsmeldung, im leeren Zimmer 807 (R&S haben 804) findet sich der Koffer wieder. Das Personal ist stolz wie Larry und wir anderen einfach nur froh!
Mit Benjamin wandern wir zur weltberühmten Copacabana.
Copacabana ist ein Stadtteil Rio de Janeiros. Wir verbinden mit dem Namen meist nur den weltberühmten 4 km langen Sandstrand, die touristische Lebensader und das Aushängeschild der Stadt.

Der Strand haut uns ebenso wenig um wie Waikiki Beach und die brasilianischen Schönheiten im String sind auch heute woanders.
An der Copacabana laufen viele kurvige Damen rum, einige auch mit Rubens-Kurven. Auffällig ist, dass die Bikinis von vorne ganz normal aussehen, aber das Hinterteil der Hose fast vollständig fehlt, da es in der Poritze verschwindet.
Luis hat angeboten heute Abend um 19:30 Uhr mit der Gruppe "Spießchen" essen zu gehen für 20 €, aber das werden wir wahrscheinlich nicht mehr schaffen.
Wir entscheiden uns, nur einen Snack zu essen und schon das wird ohne Portugiesisch Kenntnisse schwierig. Die Fast Food Läden sehen uns nicht ansprechend genug aus. Das Restaurant im Hotel bietet nur Menü an... Dieter entdeckt dann versteckt in einer Seitenstraße ein Subway. Easy denken wir - nicht wirklich, aber wir bekommen dann doch halbwegs das, was wir wollten, auch wenn aus einem Steak & Cheese ein Chicken Theriaky wird.

Wir sind in Brasilien, dem flächen- und bevölkerungsmäßig fünftgrößten Staat der Erde, der größte und bevölkerungsreichste (über 200 Millionen Einwohner) Staat Südamerikas.

Rio de Janeiro ist die zweitgrößte Stadt von Brasilien und war bis 1960 Hauptstadt.
Rios Einwohnerzahl hat sich in den letzten 50 Jahren nahezu verdoppelt. Die gesellschaftlichen Probleme, die daraus erwachsen sind, werden in den vielen Armenvierteln offensichtlich. Die sogenannten "Favelas" sehen wir ringsum an den Berghängen bzw. in den Randgebieten der Metropole. In den Favelas von Rio leben mittlerweile rund 20 Prozent der Stadtbevölkerung, die armen Bevölkerungsschichten wohnen in relativ primitiven Behausungen und werden oftmals als günstige Arbeitskräfte von der Mittel- und Oberschicht als Hausmädchen "Empregadas" beschäftigt. Oder sie arbeiten als Strand-Verkäufer, Schuhputzer, selbsternannte Parkeinweiser oder in Supermärkten als Tütenpacker für einen Hungerlohn. Die bedrückenden Gegensätze zwischen extremer Armut und unglaublichem Reichtum sind auch als Ursache für die hohe Kriminalitätsrate auszumachen.

A Cidade Maravilhosa wird Rio oft genannt und gilt als die schönste Stadt Brasiliens, vielleicht der ganzen Welt, einzigartig, vielleicht durch das Lebensgefühl, das die Cariocas (die Einwohner Rios) vermitteln, vielleicht durch das Klima, vielleicht durch die wunderschöne Lage. Wahrzeichen von Rio de Janeiro sind der Zuckerhut, die 38 Meter hohe Christusfigur auf dem Gipfel des Corcovado und der Strand des Stadtteils Copacabana, der als einer der berühmtesten der Welt gilt.

Mi 28.1.2015 Rio de Janeiro

Acht Uhr Frühstück, Benjamin berichtet, dass seine Badezimmertür keine Klinke hat und er sich mit dem Messer daraus befreien musste - wer nimmt denn das Klappmesser mit aufs Klo? Und die Duscharmatur ist auch aus der Wand gefallen.....
Haben wir wohl mal wieder Glück gehabt!
Heute starten wir um neun mit der Jeeptour in den Tijuca Regenwald.

Parque Nacional da Tijuca ist ein Stadtwald mitten in Rio, wobei Rio auch so schon eine sehr grüne Stadt ist. Es ist der größte Stadtwald der Welt mit 32 km² und in ihm wachsen viele tropische Pflanzen.
Unser erster Anlaufpunkt ist der Vista Chinesa, an dem eine Art Pagode auf eine Anhöhe gebaut wurde zu Ehren der vielen eingewanderten Chinesen. Man hat einen sehr schönen Blick auf Rio, die Strände, den Zuckerhut und die Christusstatue. Aus Fotografensicht ist gerade die falsche Uhrzeit, da wir in die Sonne blicken müssen und es recht diesig ist. Das erste Gruppenfoto für Eberhardt Reisen wird gemacht...

Im Anschluss daran fahren wir zu einem Wasserfall, dem Casacatinha Taunay. Da vor fünf Tagen ein Baum auf die Anfahrtstrasse gestürzt ist und die Stromleitung mitgerissen hat, geht es das letzte Stück zu Fuß durch den Regenwald. Am Wasserfall haben wir 15 Min. Zeit, Short Fotostopp. Ein paar der Gäste entdecken durch Zufall in einer Bananenstaude zwei Nasenbären und Dieter kann sein erstes brauchbares Foto schießen.
Den Taunay selbst lässt er links liegen, Wasserfälle haben wir schon genug gesehen, Nasenbären noch nie.


Um 12:15 Uhr startet der Bus mit unserer Hummeldumm-Truppe zum Zuckerhut. Es ist echt angenehm das alles organisiert ist, denn keiner spricht englisch und wir können uns zurücklehnen, müssen uns nicht um Eintrittskarten und Zeitprobleme kümmern. Auto fahren ist chaotisch, ich kann nicht erkennen, wann man wo fahren darf. Rot scheint nicht zu heißen, dass man halten muss. Und ständig ist Rush Hour.


Der Zuckerhut, der Pão de Açúcar (=Zuckerbrot) ist ein Wahrzeichen Rios. Er ist 394 m hoch und markiert den Eingang der Bucht von Guanabara. "O Bondinho", die Drahtseilbahn führt auf den "Gipfel", von dem man den besten Ausblick auf Rio und die Copacabana hat.

Mit der Gondel fahren wir in zwei Etappen über eine Mittelstation auf den Zuckerhut. 65 Personen passen in eine Gondel und es ist schon etwas voll. An der Mittelstation kann man sehr gut die Guanabarabucht sehen. Oben hat man einen fantastischen Blick auf Rio und die Copacabana. Das Wetter spielt auch mit und nach einem bewölkten Vormittag strahlt die Sonne bei lockeren 36° C vom Himmel.
Wir verbringen relativ viel Zeit im Bus, um von a nach b zu kommen. Gut, dass er klimatisiert ist und wir uns immer wieder darin abkühlen können. Erster kurzer Stopp nach dem Zuckerhut ist das Sambadrom.
Er/es (?) ist in verschiedene Blöcke geteilt und wir fahren durch eine dieser Straßen zwischen zwei Blöcken durch. Im Sambadrom gibt es 65.000 Plätze, die schon alle für das nächste Jahr ausgebucht sind. Rio ist bekannt wegen des jährlich stattfindenden Karnevals. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen im Sambadrom gehört zu den größten Paraden der Welt.

Nach dem Sambadrom fahren wir zum Maracanã Stadion, dem Estádio do Maracanã, das offiziell Estádio Jornalista Mário Filho heißt. Wir bekommen 2 brasilianische Minuten, das entspricht laut Mr. "sagen wir mal" Luis, 7,5 deutschen Min., um das Stadion des deutschen Sieges 2014 nur kurz von außen zu fotografieren. Immer wieder lobt Luis unsere deutsche Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.

An der Bahnstation zum Corcovado sind für 16:20 Uhr die Karten vorbestellt, ohne Vorbestellung wären wir sicher nicht raufgekommen. Es ist echt voll oben. Die Zahnradbahn braucht gute 20 Min. hoch, dann geht es in einen Fahrstuhl und anschließend 2 Rolltreppen, bis man am Fuß Cristos steht.
Vom 704 m hohen Corcovado (deutsch: der Bucklige) genießt man den vielleicht besten Blick über die Stadt. Segnend breitet der Christus seine Arme über Rio de Janeiro aus. Die Errichtung der Christusstatue (Cristo Redentor, Christus, der Erlöser) war ursprünglich aus Anlass der hundertjährigen Unabhängigkeit Brasiliens geplant. Finanzierungsprobleme verzögerten den Bau, so dass die Einweihung erst am 12. Oktober 1931 stattfand. 2006 wurde sie zum katholischen Wallfahrtsort geweiht. Die Statue ist 30 Meter hoch und steht auf einem 8 Meter hohen Sockel. Sie war bis 1981 die höchste Christusstatue der Welt und ist heute die sechsthöchste. Allein der Kopf von Cristo wiegt 48 t und ist aus 50 Teilen zusammengesetzt. Alle Teile wurden mit der Zahnradbahn hinauftransportiert. Im Sockel befindet sich eine Kapelle für 150 Personen. Die Spannweite der Arme beträgt 28 Meter, das Gesamtgewicht 1145 Tonnen. Baumaterial ist Stahlbeton, der mit einem Mosaik aus Speckstein überzogen ist. Die Statue blickt auf den Zuckerhut.

Do 29.1.2015 Heute geht es weiter nach Iguaçu.

Die Busfahrt zum Flughafen dauert ca. 20 Minuten und wir fahren anticyclisch, der Stau ist nur in der Gegenrichtung. Die Verkehrslage in Rio ist nur mit chaotisch zu beschreiben. Gut, dass wir nicht fahren müssen, wir wären wahrscheinlich nach ein, zwei Stunden geflohen.

Die Straßen sind voll mit Bussen, dem Hauptverkehrsmittel hier, obwohl es eine U-Bahn gibt. 37000 Taxen sind auch noch unterwegs.
Zum Abschied machen wir ein Zontabild mit Banner und einigen Brasilianerinnen.

Flug Rio - Iguaçu 10:08 - 12:28

Maike holt uns am Flughafen ab und betreut uns in Iguaçú. Da die Zimmer erst ab 15 Uhr bezugsfertig sind, fahren wir gleich zum Nationalpark.

Foz de Iguaçú liegt an der Einmündung des Rio Iguaçú in den Rio Paraná - genau im Dreiländereck Brasilien, Argentinien, Paraguay. Die Cataratas do Iguaçú sind weltberühmt und liegen im Parque Nacional do Iguaçú an der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien.
Die Wasserfälle von Iguaçú sind atemberaubend: Sie werden vom Fluss Iguaçú gespeist - entdeckt hat sie im Jahr 1542 der Spanier Alvaro Nuñes. Er nannte die Fälle Saltos de Santa Maria - später übernahm man die Bezeichnung Iguaçú von den lokalen Tupi-Guaraní-Indianern. Diese versenkten in dem "Grossen Wasser", der heiligen Begräbnisstätte, ihre Toten.

Das Urwaldgebiet (250.000 Hektar) rund um die Fälle, eines der schönsten tropischen Regenwälder, ist eine der größten Waldreserven Südamerikas. Bereits 1939 wurde er unter Naturschutz gestellt und 1986 zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt.

Die Iguaçú-Fälle bilden eine natürliche Grenze zwischen Brasilien und Argentinien. Das größere Stück der Fälle liegt in Argentinien. Von der brasilianischen Seite aus bekommt man einen besseren Gesamteindruck, während man auf der argentinischen Seite näher an sie herankommt. Insgesamt liegen hier 20 größere und 255 kleinere Wasserfälle nebeneinander auf 2,7 km Ausdehnung. Sie sind durch mehrere größere und kleinere Inseln voneinander getrennt.
Auf der brasilianischen Seite kann man auf den schäumenden unteren Rio Iguaçú blicken und hinauf zur herabstürzenden 800 Meter breiten Wasserfall-Front.

Kurz vor zwei lässt uns der Busfahrer an den Wasserfällen raus und wir haben eine gute Stunde, um den ca. 1 km langen Weg an den Fällen langzugehen. Sie sind unbeschreibbar, wundervoll, awesome and amazing. Endlich mal etwas, das wir so noch nie gesehen haben. Niagara und Victoriafälle können da nicht mithalten.
Wir befinden uns mal wieder im Regenwald und das heißt, ..... es regnet. Mit unseren Regenponchos bewaffnet gehen wir los. Es lässt sich trotzdem nicht vermeiden, dass wir nass werden, aber das macht gar nichts!
An einer Stelle kann man über eine Art Brücke bis in die Mitte der Fälle laufen. Spätestens da ist man total nass.

Einige Minuten nach drei sind alle wieder am Bus und Maike erkundigt sich nach einem Helikopterflug. Noch ist nicht sicher, ob sie fliegen dürfen. Deshalb checken wir zuerst im Hotel ein, ein aufwändiger Prozess, der uns an Afrika erinnert.
Vier Uhr ist Treffen in der Lobby für die Heli-Flieger. 13 aus unserer Gruppe machen sich auf den Weg und werden auf 2 Flüge verteilt, da immer 7 Personen mitfliegen können, 3 vorne neben dem Piloten und vier hinten. Es hat aufgehört zu regnen!!! Wir sind 6 und verteilen die Plätze vorher unter uns, als noch eine unbekannte Frau dazu kommt und den ganzen Plan boykottiert, denn sie bekommt den besten Platz zugewiesen, obwohl sie als Letzte kam :-(((

Der Flug dauert ca. 10 Min. und kostet 315 Reals (gut 110€) each.
Auch wenn ich in der Mitte hinten saß, es hat sich gelohnt. Von oben hat man noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Fälle.

Da es erst 16:45 Uhr ist, besuchen wir den Vogelpark, Parque das Aves, der dem Heliport gegenüber liegt.
Die ersten, zwar sehr schönen Vögel, sind nur hinter Gitter zu sehen, aber es gibt auch einige Freiflugzonen, in denen man den Vögeln sehr nahe kommt.

Die Tukane kann man sogar anfassen, so zutraulich sind sie. Am meisten Krach machen die Aras, man hört sie schon von weitem und sieht ihr blau und rot durch die Botanik blitzen. Auch die Flora des Regenwaldes ist sehr schön angelegt.

Überall blühen Ananasgewächse und Bananen.

Fr. 30.1.2015 Iguaçú von der argentinischen Seite

Das Wetter ist deutlich besser als gestern :-)))))
Start 7:30 vor dem Hotel und Fahrt zur argentinischen Seite der Wasserfälle. Dazu müssen wir natürlich aus Brasilien ausreisen - geht schnell - und in Argentinien einreisen - dauert 30 Min.

Maike macht das alles, vom Einsammeln der Pässe bis Einreise-Beantragung. Wir fühlen uns an Simbabwe erinnert.
Die Wartezeit verkürzt uns Benjamin mit deutschem Volksliedgut - wir sind uns noch nicht sicher, ob wir das gut finden. Benjamin hat aber eine tolle Stimme und viele aus unserer Gruppe schmettern mit.

Gegen viertel vor zehn erreichen wir den Eingang des

Nationalparks und fahren mit einem Bummelzug bis zum Ausgangspunkt eines Spazierganges. Man kann auf einem System aus Holzstegen über das Wasser bis direkt an die Teufelsschlucht, die Garganta del Diablo, gelangen. 14 gewaltige Fälle schleudern das Wasser in 90 m Tiefe. Normalerweise sind es 1500 m³ pro Sekunde, heute jedoch fast 2100 m³, da Hochwasser ist. Es ist fantastisch anzusehen, auch wenn wir nach wenigen Sekunden an den Fällen klatschnass von der Gischt sind.

Man kann die Fälle nicht nur aus nächster Nähe betrachten, sondern auch zwischen ihnen spazieren gehen. Die Gesamtausdehnung der hufeisenförmigen Wasserfall-Front auf argentinischer Seite beträgt 1.900 Meter, insgesamt - auf brasilianischer und argentinischer Seite - ergibt sich eine Wasserfall-Front von 2.700 Metern. Auf einem zweiten Wanderweg gehen wir oberhalb des Wassers, vorbei an "Adam" und "Eva" und vielen anderen nett benannten Wasserfällen.

Einige Nasenbären sind hier auch unterwegs.
In der Sonne trocknet unsere Kleidung relativ rasch.
Mit der Bimmelbahn geht es zurück zum Eingang in das Restaurant "La Selva", in dem für uns Plätze reserviert sind. Das Buffet bietet zahlreiche unterschiedliche Gerichte und wir sind auch ziemlich hungrig. Von eins bis zwei sitzen wir dort gemütlich beieinander bis der Bus uns abholt und zurück bringt. Diesmal dauert der Grenzübertritt aus argentinischer Seite nur gut 15 Min. Wir sind alle erschöpft, so dass fast der ganze Bus ein Nickerchen macht.

Sa 31.1.2015 Flug nach Buenos Aires

Der Flug startet in Puerto Iguazú, in Argentinien, da es von brasilianischer Seite keinen Direktflug nach Buenos Aires gibt.
Halb 9 Uhr Start am Hotel, die "richtige" Ausreise dauert eine Stunde. Maike behauptet, wir wären sehr schnell durchgekommen, nach uns haben sich lange Schlangen gebildet. Selbst beim Zoll kommen wir so durch, der Zöllner wirft nur einen Blick in den Bus, alle lächeln und der Busfahrer muss den Gepäckkasten öffnen. Die Koffer dürfen aber drin bleiben. Es soll schon Busse gegeben haben, bei denen jeder Koffer raus musste und geröntgt wurde.
In Argentinien stellen wir die Uhr eine Stunde zurück und erreichen dann gegen zehn den Flughafen.

Flug Iguaçú - Buenos Aires 11:35 - 13:30
Wir heben mit fast einer halben Stunde Verspätung ab.
Das Einchecken zur Golden Princess ist gut organisiert und wir müssen unsere Pässe abgeben, etwas, das mir nie sehr behagt.

17 Uhr Treffen Eberhardt-Truppe in der Calypso Bar, Kurzrundgang mit Benjamin
18 Uhr Abendessen Tisch 278 im Canaletto. Wir teilen den Tisch mit zwei weiteren deutschen Ehepaaren, von den eins ziemlich "verkniffen" aussieht. Bemerkungen wie :"Aida, da braucht man ja nur 2 Jeans mitnehmen" fallen und stoßen bei Robert nicht gerade auf Gegenliebe.

Argentinien ist ungefähr achtmal so groß wie Deutschland und wir können nur einen sehr kleinen Eindruck bekommen bei dieser Reise. Hauptmotiv für eine Argentinien-Reise ist meistens die landschaftliche Schönheit und die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt. Uns interessiert besonders Patagonien mit dem Unesco-Weltnaturerbe Los Glaciares, die größte kontinentale Eisfläche der Welt und Feuerland, leider werden wir davon nur wenig sehen.

Buenos Aires ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Argentiniens. Das Bild der Weltstadt bestimmt die Tangoszene. Buenos Aires bekam den Namen von den ersten Siedlern zur Erinnerung an Santa Maria del Buen Aire, der Schutzheiligen der Seefahrer und bedeutet "günstige Winde". Der offizielle Name der Stadt lautet Ciudad Autónoma de Buenos Aires, also Autonome Stadt Buenos Aires.
Die Hauptstadt zieht sich über 75 km lang am Rio de la Plata lang und beherbergt ein Drittel der Argentinier (knapp 13 Mio). Sie nennen sich Porteños, abgeleitet von Puerto, dem Hafen, in dem die ersten Einwanderer Europas ankamen.
"Dios está en todos lados, pero la oficina está en Buenos Aires" - Gott ist überall, aber sein Büro ist in Buenos Aires - damit beschreibt der Argentinier seine Hauptstadt.
Argentinien ist Einwanderungsland, zuerst kamen die Europäer, jetzt sind es Immigranten aus Bolivien, Peru und Paraguay. Witzig beschrieben wird der Argentinier als Spanier, der wie ein Italiener spricht, sich wie ein Franzose kleidet und sich selbst für einen Engländer hält.

So 1.2.2015 Buenos Aires


9:30 Uhr Stadtrundfahrt in Buenos Aires, Start vor dem Hafen.

Buenos Aires wird auch das Paris der Südhalbkugel genannt. Charme und Flair soll die Stadt ausstrahlen. Wer mit diesen Vorstellungen Buenos Aires besucht, läuft Gefahr schnell enttäuscht zu werden. Wir werden nicht enttäuscht, wir haben kein Paris erwartet.

Im von Eberhardt organisierten Bus begleiten uns Iliana und Simone, die uns durch die Stadt führen sollen. Unser erster Stopp, der Plaza Mayo. An der Plaza Mayo fanden die wichtigsten Ereignisse des Landes statt. Es ist ein Prunkplatz mit Blumenbeeten und einem Obelisken in der Mitte. Der Obelisk, die Pirámide de Mayo wurde 1811 am ersten Jahrestag der politischen Unabhängig errichtet. Der Plaza de Mayo ist auch ein Platz der aktuellen Politik: jeden Donnerstagnachmittag protestieren dort die Madres de la Plaza de Mayo, die Mütter der Plaza de Mayo, die bedeutendste Menschenrechtsgruppe Argentiniens, gegen die während der Militärdiktatur begangenen Verbrechen.

Der Regierungspalast an der Ostseite des Plaza trägt den Namen "Casa Rosada" und verdankt seinen Anstrich dem Präsidenten Sarmiento, der 1873 die Farben der verfeindeten Unitarier und Föderalisten (rot und weiß) mischen ließ, um die Einheit der Nation zu demonstrieren. Die Casa Rosada ist der Sitz des jeweils amtierenden Präsidenten, zur Zeit Cristina de Kirchner. Sie kann nicht besichtigt werden - wir können sogar nur durch einen mannshohen Gitterzaun auf das Gebäude schauen.

Gegenüber der Casa Rosada steht das Cabildo, das ehemalige Rathaus von Buenos Aires. Das weiß getünchte Cabildo mit der zweistöckigen Arkadenfassade und dem Turm in der Mitte liegt auf der Westseite der Plaza de Mayo. Heute befindet sich in seinem Inneren das Museo del Cabildo y la Revolución de Mayo mit Gegenständen aus der Kolonialzeit Argentiniens.

Die Catedral Metropolitana, eine klassizistische Kathedrale hat fünf helle, weite Kirchenschiffe und einen wunderschönen Blumenmosaikboden aus Marmor. Die Kathedrale dürfen wir sogar von innen besichtigen, obwohl Sonntag ist und ein Gottesdienst stattfindet.

Weiter geht es über die "Avenida 9 de Julio", mit 10 Spuren die breiteste Avenida in Buenos Aires. An ihr steht das Teatro Colon, eines der weltweit bedeutendsten Opernhäuser, das 1908 eröffnet wurde und an dem wir nur vorbei fahren. Am Gebäude des Gesundheitsministerium sind Bilder von Eva Perón angebracht - im Vorbeifahren sind sie nur kurz zu sehen, für ein Foto reicht es nicht.

Zweiter Stopp: La Boca
Das Hafenviertel La Boca gilt als Wiege des Tangos und zieht heute vor allem Künstler und Touristen an. Der Tango war als Gesellschaftstanz verschmäht, bis ihn die Pariser High Society in den 1920er Jahren übernahm. Doch dann ging er um die ganze Welt.
Herz von La Boca ist El Caminito, die Straße der bunten Häuser. Die Geschichte sagt, dass der Maler Benito Quinquela Martín, der in diesem bario wohnte, die Bewohner dazu gebracht hat, ihre aus dem Blech abgewrackter Schiffe bestehender Häuser mit bunten Schiffslack zu bemalen. El Carminito hat sich zu einem Tourimagneten entwickelt, voller Souvenirläden und einigen Tangotänzern, die gegen Geld auf kleinen Plätzen nicht nur den Tango zeigen, sondern sich auch mit den Touris ablichten lassen.

In Argentinien ist Fußball kein Spiel, es ist Religion. Diego Maradona, der hier überall verehrt wird, spielte zu Beginn seiner Karriere bei den Boca Juniors in deren Stadion, "La Bombonera" genannt, was Pralinenschachtel bedeutet. Die Bombonera ist ganz in den Farben gelb und blau gestaltet.

Nachdem wir durch das Viertel Puerto Madero gefahren sind, die "Hafencity" Buenos Aires, wo an allen Ecken gebaut wird, legen wir eine Mittagspause ein. Das empfohlene "Gourmet Portenos" verschmähen wir, da wir statt Buffet lieber ein richtiges Steak essen wollen, einen Fleischlappen, wie Robert sagt. Im Patagonia Grill kehren wir sechs "Hannoveraner" ein und die 1 Stunde 15 Minuten Pause wird in diesem Laden recht knapp. Der Kellner ist nicht der schnellste und obwohl er meint englisch zu sprechen, versteht er uns höchstens zu 50%. Das Tenderloinsteak ist dann doch kein richtiges Filetsteak, da es relativ viel Fettrand hat und Medium würde ich die Zubereitung auch nicht nennen. Und da denkt man, in Buenos Aires bekommt man ein richtig gutes argentinisches Steak.

Nach der Mittagspause fahren wir nach San Telmo, einem weiteren alten Teil von Buenos Aires. Jeden Sonntag findet dort ein riesiger Antiquitäten - Flohmarkt statt. Eine halbe Stunde ist vorgesehen um einen kleinen Gang darüber zu machen.

Weiter geht es in den Norden von Buenos Aires, nach Roleca, das Viertel der wohlhabenden Einwohner. Hier stehen zahlreiche Botschaften und der berühmteste Friedhof der Stadt, der Cementerio de la Roleca, mit haushohen Mausoleen aus Marmor, barocken Engeln und bizarren Skulpturen.

Eva Duarte de Perón (Evita Perón) ruht hier in der Gruft der Familie Duarte unter schwarzem Marmor mit der Grabinschrift "Weine nicht um mich Argentinien, denn ich bleibe dir ganz nah". Leider fehlt uns die Zeit den Friedhof zu besuchen und wir sehen nur die ihn umgebende Mauer :-(((
Aber wir dürfen kurz im Hard Rock Café einkaufen :-))


15:30 Uhr zurück auf der Golden Princess, damit wir um 17 Uhr an der Sicherheitsübung teilnehmen können.

Benjamin hat mit dem Maitre die Tischordnung umorganisiert, so dass wir nun als "Eberhardt - Gruppe" alle zusammen um 18:30 Uhr essen können im Donatello. Für die Hannovertruppe wurde von ihm gleich ein sechser Tisch vorgesehen. Perfekt!
Der Service mit Hector und Anje ist weit aus besser als im Canaletto.....
Abends singt Benjamin in der Karaoke Bar für uns ;-)))

Montevideo liegt in einer anderen Zeitzone, heute Nacht müssen wir die Uhr eine Stunde vorstellen.

Mo 2.2.2015 Montevideo

Um 8 Uhr morgens legen wir in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays an, im kleinsten spanisch sprechenden Staat Südamerikas (halb so groß wie Deutschland). Mit rund 1,4 Millionen Einwohnern ist die Stadt mit Abstand die größte des Landes und nimmt den südlichsten Punkt des Landes ein. Sie befindet sich direkt am Rio de la Plata, gegenüber der argentinischen Hauptstadt und wird oft als kleine Schwester von Buenos Aires erwähnt.

Die von uns gebuchte Stadtrundfahrt beginnt mit dem Treffen in der Vista Lounge Deck 7 um 9:40 Uhr. Alle bekommen einen Aufkleber mit der Busnummer 19 verpasst und gegen zehn startet die Rundfahrt. Unser Führer Ricardo erklärt sehr ausführlich und gut die Situation in Uruguay.

Zuerst fahren wir den Plaza Independencia an, den Platz der Unabhängigkeit. Er liegt am Schnittpunkt der Alt- und Neustadt. Es ist sehr voll dort und wir umkreisen im Bus dreimal den Platz, bevor wir eine Parklücke finden. In der Platzmitte steht die 17 Meter hohe Reiterstatue des José Gervasio Artigas, dem Wegbereiter der Unabhängigkeit Uruguays. Das Mausoleum mit den sterblichen Überresten des Nationalhelden befindet sich direkt darunter.

Hier befindet sich auch das Teatro Solís, das älteste der großen Theater Südamerikas, eingeweiht am 25. August 1856. Das Teatro Solís ist die bedeutendste Bühne Uruguays und zieht kulturinteressierte Besucher aus der ganzen Welt an. Nach dem Teatro Colón in Buenos Aires ist es das zweitgrößte Theater in Südamerika, 1.500 Zuschauer finden hier Platz. Die Gestaltung des großen Saals soll an die weltbekannte Mailänder Scala erinnern.
Wir bekommen 10 Min., um Fotos zu machen.

Von der Plaza Independencia führt die Haupteinkaufsstraße Avenida 28 de Julio in das moderne Zentrum der Stadt. Über diese erreicht man das Parlamentsgebäude Palacio Legislativo mit seiner Freitreppe. Das Innere des Gebäudes ist nur mit italienischem Marmor verziert. Im Mittelpunkt wird die erste und die aktuelle Verfassung des Landes ausgestellt– gut bewacht vom uruguayischem Militär.

Während der Stadtrundfahrt sehen wir einige alte Viertel mit Residenzen, die teilweise schön und alt sind, vielfach einfach nur alt und heruntergekommen.
Ricardo zeigt uns zwei verschiedene Bronzedenkmäler, die die ersten Siedler und ihre Karren darstellen. Uns wird erklärt, dass die erste Militärdiktatur alle Ureinwohner bis auf 4 umbrachte. Diese 4 wurden nach Frankreich deportiert, es ist ihnen aber eine Skulptur am Rande eines Parks gewidmet.

Die Avenida de 18 Julio endet am Parque Battle y Ordonez. Hier steht das Fußballstadion Estadio Centenario, in dem 1930 die erste Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde und außerdem ein Soccer Museum untergebracht ist. Erstmalig dürfen wir ein Stadion betreten. Leider ist es weder Maracanã noch Bombonera. Im Soccer Museum sehen wir einen 15 minütigen Film über die Großtat Uruguays vor und während der ersten WM.

Die Fahrt geht weiter über die La Rambla genannte Promenade entlang des Río de la Plata, ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens in Uruguays Hauptstadt Montevideo. Der Rio de La Plata besteht aus Brackwasser und sieht unangenehm braun aus. Trotzdem baden die Menschen darin.
Wir halten kurz am Plaza de la Armada, um ein Foto der Skyline von Montevideo zu schießen.
Zurück zum Hafen geht es über die Küstenstraße mit mehr als 20 km Länge vorbei an steinigen Ufern und verschiedenen Sandstränden.

Ein interessantes Gebäude fällt schon von weitem auf, das Hochhaus der "Telekom", der Torre de las Telecomunicacaiones, auch bekannt als Torre Antel, der sehr stark an das Burj al Arab in Dubai errinnert - vielleicht, weil er vom gleichen Architekten entworfen wurde.

Fazit: Vier Stunden Stadtrundfahrt in Montevideo reichen. Kulturelle Highlights sind schon ein paar Bronzeskulpturen... Viele sehr kurze Fotostopps, aber im Bus gibt es Free wifi, wenn auch nur für Whatsapp.
29° C ist es, aber durch einen leichten Wind sehr angenehm warm.

Die 3.2.2015 Seetag

10:30 - 13 Uhr Doppelkopf, nur Sabine und ich können mit Karten nichts anfangen
Seetag, und wie üblich sind schon um acht alle Liegen belegt.

Galadiner um 18 Uhr
Alle sind elegant gekleidet, die amerikanischen Ladies tatsächlich in lang mit viel Blinkblink.
Vor dem Dessert dürfen wir kurz raus zum Sektempfang mit Käpt'n. Auf der Bühne, an der Piazza an Deck 5 steht eine Sektpyramide und jeder darf sich fotografieren lassen, wie er den Sekt oben rein, bzw. daneben gießt :-))) Der Käpt'n ist nicht zu sehen!

Mi 4.2.2015 Puerto Madryn

Die Stadt am Golfo Nuevo liegt südlich der Halbinsel Valdés, einem weltbekannten Naturreservat, das seit 1999 UNESCO-Weltnaturerbe ist.

8:25 Treffen im Princess Theatre an Deck 7, wir bekommen den gelben Sticker mit Busnr. 14 und müssen feststellen, dass die Führung in Englisch ist. Es regnet und an Bord wird ein Riesenaufstand gemacht um Regenjacken. 10% der Leute gehen noch zur Kabine und holen ihre Jacken.
Der Bus startet dann erst um 9:15Uhr (30 Min. zu spät) und our guide Analia spricht ein für uns super verständliches Englisch.
Puerto Madryn wurde 1865 von 150 Walisern besiedelt, die einen Platz suchten, an dem sie ihre Religion und Lebensweise ausüben durften. Was als kleine Ortschaft begann ist jetzt die am schnellsten wachsende Stadt Argentiniens (~ 73.000 Einwohner). Seit den Siebziger Jahren wächst die Stadt unaufhörlich, was größtenteils an der Aloar Aluminiumfabrik, die hier aufgebaut wurde, liegt. In ganz Südamerika gibt es nur 2 Aluminium plants, das andere ist in Brasilien.
Außerdem lebt diese Region vom Fischfang, der Schafzucht und dem Tourismus. Analia erzählt sehr anschaulich von den Estancien und der Schafzucht, besonders von der Kastration der Schafe (abbeißen der Hoden).
Eine Stunde und 60 km später gibt es den ersten Stopp an einer Tanke in Trelew. Das WC ist hier die Hauptattraktion, wir besorgen uns nur Getränke für den heutigen Ausflug. Aus den 15 Min. Stopp werden schnell 30, da die Schlange am WC zu lang ist.

Es dauert weitere eineinhalb Stunden bis wir Punta Tombo erreichen (die letzten 22 km über Schotter). Punta Tombo ist kein Nationalpark und kein Reserve, sondern ein Naturschutzgebiet (protected area), das von privaten Rangern bewacht wird und auf dem privaten Grund der Estancia "La Perla" liegt. Der Besitzer hat den Teil mit den Pinguinen dem Staat geschenkt, betreibt aber darauf das einzige Deli- und Souvenirgeschäft.
Vom Parkplatz läuft man ca. 1 km bis zum Ende der Aussichtsplattform, vielfach über Holzstege. Schon bei den ersten Schritten entdeckt man Pinguine hinter jedem Busch und in jedem Loch. Zur Zeit ziehen sie ihre Jungen (geb. im Februar) auf, die im März ihre Nester verlassen. Die Magellanpinguine gehören zu den kleineren Pinguinen. Sie werden nur ca. 50 cm groß und 5 kg schwer. Man geht davon aus, dass eine Million Pinguine sich in Punta Tombo befinden, es soll die größte und schönste Kolonie weltweit sein.

Wir haben Zeit von 12:15 bis 14 Uhr die Pinguine zu beobachten und aufzunehmen, dann geht es zurück zum Schiff.
Das Wetter ist total aufgeklart und die Regenjacken bleiben im Bus. Analia erklärt, dass es hier eigentlich nie regnet, nur 200 mm im Jahr und es war auch ein warmer, schöner Besuch bei den Pinguinen.
Die patagonische Pampa ist genauso abwechslungsreich wie die namibische Wüste zwischen Windhoek und Swakopmund. Über uns entladen immer wieder dunkelgraue Wolken ihren Regen über uns.

Do 5.2.2015 Seetag


Robert und Dieter verabreden sich zu halb neun zum Frühstück - wir haben Urlaub!!!!!
Ab 10 wird wieder Doppelkopf gespielt. Da es deutlich kühler geworden ist, sind fast alle Liegen am Pool frei. Bei diesen Temperaturen kann man gut die in der Sonne nehmen. Das Nebelhorn tutet seit heute Nacht in regelmäßigen Abständen, da es ziemlich nebelig ist.
Es bleibt den ganzen Tag neblig, waschküchenmäßig.
Nachmittags versuchen wir vergeblich ins Internet zu kommen.

Fr 6.2.2015 Falkland Inseln (Isla Malvinas), Stanley

Klein England mitten in Südamerika.
Die Gruppe der Falklandinseln liegt abgeschieden vom Rest der Welt, ein entferntes und noch wenig berührtes Paradies. Etwa 650 Kilometer trennen den Archipel vom südamerikanischen Kontinent und dem Festland. Außer den zwei großen Inseln Ost- und West Falkland existieren noch 776 kleine Inseln. Vor allem geschichtlich sind die Falkland Inseln sehr interessant. Erst 1982 wütete der letzte Krieg zwischen Argentinien und den Briten.

Auf den Falkland Inseln ist es nur noch 14° C, aber es ist trocken.
9:00 Treffen mit Benjamin und Eberhardt auf Deck 5, im Bernini sind die Karten für die Tenderfahrt schon organisiert und gegen Viertel nach 9 sitzen wir im Tenderboot zum Hafen von Stanley.

Dort angekommen organisiert Benjamin für uns eine Fahrt zu den Pinguinen in der Gypsy Cove. Es gibt einen Shuttlebus für 20$ each hin und zurück. 10 Min. dauert die 6 km lange Fahrt. Gypsy Cove ist eine schmale Bucht mit weißem Sand, in der man das typische Falkland "Wildlife" sehen kann. Auf dem Streifen zwischen dem Sand und unserem Weg liegen noch Minenfelder aus dem Falklandkrieg.
Wir spazieren bis zum Ordnance Point, an dem man nicht nur eine alte Kanone aus dem 2. Weltkrieg bewundern kann, sondern auch einen sehr guten Blick auf die Golden Princess hat.
Am Strand ist eine Gruppe von Magellanpinguinen und im Wasser sind Delfine zu sehen, aber sie sind sehr weit entfernt.
Gegen halb zwölf sind wir wieder im Hafen und wandern die Ross Street lang bis zum Liberation Monument. Diverse Giftshops liegen auf unserem Weg.
Die auf allen Bildern präsente anglikanische Christ Church Cathedral mit dem Walknochenbogen davor schauen wir uns nur von außen an, da wir glauben diese bei der Führung zu besichtigen.

Stanley ist typisch britisch, es gibt rote Telefonzellen und Mail Boxes, die Autos fahren links und das Bier ist schlecht. Letzteres stellen wir beim Mittagessen im Malvinas House statt. Die Häuser in Stanley sind alle aus Holz gebaut und besitzen farbenfrohe Wellblechdächer. Und fast jedes Haus besitzt einen Gemüsegarten bzw. ein Gewächshaus, da Obst und Gemüse per Luftfracht importiert werden und sehr teuer sind.

Um 14:20 Treffen mit Benjamin am Hafen zur "Stanley Highlight" Tour in Deutsch. Die Highlights sind schnell aufgezählt, eine Kirche, das Postoffice, der Supermarkt, ein Denkmal, das Krankenhaus, die einzige Tankstelle und ein nationaler Lufttaxi- Airport. Und dafür haben wir jeder 79$ bezahlt - Nepp pur!!!
Einige Infos zu Stanley gibt es noch. In der Hauptstadt der Falkland Inseln leben 75% der Bevölkerung, der 2562 (2012 gezählt) Menschen, davon sind 15 arbeitslos, sagt Nancy, unser Guide. Hier kennt jeder jeden und hier ist "der Hund begraben".

Sa 7.2.2015 Seetag


Üblicher Seetag: die vier "Hannoveraner" spielen von halb elf bis halb eins Doppelkopf, anschließend Siesta und ab halb vier Skat

Es ist nur noch 9° C und seit letzter Nacht deutlich windiger. Wenn ich die Durchsage richtig verstanden habe, ist es Windstärke 5 am "Kap der Stürme", aber wir haben es nicht anders erwartet. Eigentlich ist das nur eine "mäßige Brise". Der Pool entwickelt sich von allein zu einem Wellenbad - und wird leider gesperrt.
Wir bezahlen tatsächlich gut 18 $ für 10 Min. Internet an Bord :-(((

Am Kap Hoorn, der Südspitze Südamerikas an der der atlantische und pazifische Ozean zusammenstoßen, tosen die Stürme, sagt man. Das "Ende der Welt" wurde zu einem berüchtigten Seemannsgrab, ca. 800 Schiffswracks liegen hier. Bis zum Bau des Panamakanals mussten Handelsschiffe, die den Westen der USA anlaufen wollten, ums Kap Hoorn herumsegeln - für jeden Kapitän eine Feuertaufe.

Ab halb fünf stehen wir auf dem Balkon und versuchen in den Felsen das Kap Hoorn zu erkennen....
An Hand von Durchsagen der Brücke wissen wir, dass am Kap Hoorn ein Haus neben einem weißen Masten steht. Kurz vor dem Erreichen des Kaps steigen wir zum Deck 16 auf und sehen, umgeben von einer "steifen Brise" endlich Kap Hoorn. Viele Fotos später, mit ziemlich kalten Fingern, gehen wir wieder in unsere Kabine und auf den Balkon. Mit dem Wein von den Falkland Inseln begießen wir unsere Reise an das Ende von Südamerika.

So 8.2.2015 Feuerland, Ushuaia

Als wir um sieben Uhr wach werden liegen wir schon im Hafen von Ushuaia. Neben uns liegt das Expeditionsschiff Nassau "Expedition Lindblad" mit einem National Geographic Zeichen.
Es ist schon etwas kälter hier, 5° C und es ist Hochsommer!
Auch in Ushuaia sehen die Häuser etwas bunter aus als in Germany.

Ushuaia ist die Hauptstadt (60.000 Einwohner) des argentinischen Teils von Feuerland, dem Archipel an der Südspitze Südamerikas. Sie liegt spektakulär an einem Berghang direkt am Beaglekanal und vermarktet sich erfolgreich als "Ende der Welt". Architektonische Sehenswürdigkeiten gibt es in Ushuaia kaum. Die Stadt ist modern, wenn auch die Architektur sich an Skandinavien orientiert.
Es gibt nur 20 Tage im Jahr, an denen in Ushuaia die Sonne scheint, heute ist leider keiner dieser Tage, es regnet leicht. Aber das macht nichts, denn in Ushuaia kann man an einem Tag alle Jahreszeiten durchleben... Und in Ushuaia ist es im Sommer so warm wie in unserem Kühlschrank, 0° bis 9° C.

Benjamin hat nicht nur einen gemeinsamen Bus für uns organisiert, er hat auch heute morgen schon Postkarten für uns besorgt.
Der Tierra del Fuego Nationalpark ist nur 14 km von Ushuaia entfernt. In den Park gelangt man über die Ruta 3 (hier so berühmt wie die Route 66). Die Ruta 3 ist ein Stück der berühmten Panamericana, die in Alaska beginnt und längst durch den amerikanischen Doppelkontinent bis zur Bahia Lapataia führt.
Die Straße ist so, wie man sich eine Straße am Ende der Welt vorstellt, Schotter, und so schmal, dass man Ausweichstellen suchen muss wenn ein Auto entgegen kommt.

Pablo ist unser Guide hier, wie Picasso ohne Malen, stellt er sich vor. Unser erster Stopp im NP ist Ensenada Bay am Beagle Kanal. Auf einer Plattform im Wasser steht das südlichste Postamt der Welt. Es regnet zwar nicht mehr, aber die Wolken hängen noch sehr tief.

Der zweite Stopp ist um 13 Uhr am Lago Roca, der nun umbenannt ist in Lago Acigami, da Roca nur ein Präsident war, der neue Name aber an die ausgerotteten Ureinwohner erinnert. In den Lago Roca fließt der Rio Lapataia (Lapataia = Bucht des guten Holzes), auf dem einige Schwarzhalsschwäne schwimmen. Außerdem gibt es hier ein Besucherzentrum, in dem die Geschichte der Ureinwohner dargestellt wird.

Und unser letzter und dritter Stopp ist gegen 14 Uhr an der Bahia Lapataia, am Ende der berühmten Panamericana. Ein hölzernes Schild erklärt, das man sich 17.848 Kilometer entfernt von Alaska befindet. Ab hier geht es nur noch per Schiff oder Flugzeug weiter. Wir fotografieren selbstverständlich die Zontafahne vor diesem Schild, obwohl der Andrang groß ist.

Um 15 Uhr müssen wir wieder zurück auf der Golden Princess sein, d.h. wir waren knapp vier Stunden unterwegs und hatten drei Fotostopps von je 30 Minuten. Unsere Planungen sehen sonst anders aus.

Im Hafen versuchen wir ins Internet zu kommen, aber das des Hafenbüros ist angeblich heute morgen zusammen gebrochen. Nach einiger Zeit in der Kälte finden wir ein anderes freies Netz und können zumindest ein paar Whatsapp abschicken. Mich nervt das schon etwas.

Heute ist das zweite "formale" Dinner, aber gleichzeitig fahren wir an einigen Gletschern im Beagle Kanal vorbei...
Das mit dem Essen klappt super, wir sind um 19 Uhr (sogar mit Dessert) durch. Der erste Gletscher ist enttäuschend. Vor der Vista Lounge sehen wir dann Nr. 2, der schon viel schöner ist.

Um 19:50 sollen wir gemeinsam mit Benjamin zum Kapitän, ein Gruppenbild machen. Dieter freut sich schon enorm. Der Käpt'n sieht auch so aus, als ob es ihm viel Spaß macht.
Nach dem Fotoshooting kommen wir am dritten Gletscher vorbei und können ihn noch aufs Bild bannen.

Mo 9.2.2015 Punta Arenas, noch mehr Pinguine


Wir überqueren mal wieder eine Landesgrenze und reisen in Chile ein, d.h. wieder mal Zettel ausfüllen.

Chile, schon die Form des Landes ist einzigartig, 4300 km lang, aber im Durchschnitt nur ca. 180 km breit. Chile ist doppelt so groß wie Deutschland, wird aber nur von 17 Mio. Menschen bewohnt. Kein anderes Land bietet so viele landschaftliche Kontraste und Klimazonen. Eine Sage geht, Gott habe nach Erschaffung der Welt die Überreste hinter das letzte Gebirge gekehrt - Vulkane, Regenwälder, Wüsten, Steppen, Gletscher, Flüsse, heiße Quellen und endlose Strände.
Chile gehört heute zu den führenden Wirtschaftsnationen Lateinamerikas sowie zu den größten Rohstoffproduzenten. Es verfügt über die größten bekannten Kupfervorkommen mit den größten Kupferminen der Welt (etwa 40 Prozent). Außerdem ist Chile Weinexporteur Nummer eins in Südamerika.

In der Nacht sind wir durch die Magellanstrasse bis Punta Arenas gefahren.
Heute ist eine Eberhardttour angesagt. Wie immer in Entwicklungsländern treffen verschiedene Welten aufeinander und hier sind zwei Entwicklungsländer (USA + Chile) am Start - d. h. wir warten, und warten.... Bis wir um 8:45 Uhr endlich in den Tender steigen dürfen. Im Hafenbüro in Chile werden unsere Taschen und wir gescannt und dann suchen wir den Guide.
Bettina Schulz wird uns durch den Tag führen. Sie ist Chilenin deren Vorfahren 18... aus Deutschland eingewandert sind und eine hervorragende Geschichtenerzählerin.
Es ist ca. 11° C, eine durchschnittliche Temperatur im Hochsommer (11° - 13°C).
Aber auch hier kann das Wetter sich sehr schnell ändern.
Zuerst fahren wir zur Pinguinkolonie in Seno Otway, eine gute Stunde Schotterpistenfahrt von Punta Arenas entfernt. Wir sehen die patagonische Steppe/Pampa, die wir uns ganz anders vorgestellt haben. Gegen 10:15 erreichen wir den Parkplatz nahe der Pinguinkolonie und laufen noch einen guten Kilometer bis zum Strand. Bettina hat uns vorher darauf hingewiesen, dass es "Wildlife" ist, und man manchmal nur einen Pinguin aus seiner Nesthöhle sehen kann.... Wir sehen einige mehr.

In Gruppen watscheln sie durch die Pampa zum Meer um Futter aufzunehmen. Am Strand selbst ist eine "Guckbox" aufgebaut, eine Stellage, Bretterzaun aus Holz, in die man in verschiedenen Höhen Löcher gelassen hat, um auf den Strand zu sehen. Na ja.....
Eineinhalb Stunden haben wir Zeit, die Magellanpinguine zu bewundern, dann geht um 12:45 Uhr die Fahrt durch die Pampa über die Schotterpiste zurück nach Punta Arenas.

Bevor wir die City erreichen kommen wir an der Replik des Magellanschiffs vorbei, welches eher wie eine Nussschale aussieht. Man kann sich kaum vorstellen, dass er damit um die Welt gesegelt ist.
In einem Hotelrestaurant im Palácio (Stadthaus) der Sara Braun ist ein Tisch im Wintergarten zum Mittagessen für uns bestellt und wir haben die Wahl zwischen Lachs und Lamm - und das Beste: es gibt Internet! :-))
Das Hotel liegt direkt am Plaza de Armas, dem (Platz der Waffen) Zentralplatz der Stadt mit der Magellanstatue. Im unteren Bereich ist eine weibliche Figur angebracht, deren Zeh man berühren soll um nach Südamerika zurückzukommen. We touched it. Der Fuß ist schon ganz golden von den vielen Berührungen.
Im Anschluss ans Mittagessen bekommen wir noch eine kleine Pause, um im Supermarkt einzukaufen oder eine Apotheke anzuschauen und um 14:45 geht es weiter, zuerst zum "Cerro la Cruz", einem Aussichtspunkt, von dem man einen hervorragenden Blick auf den Hafen, die Kreuzfahrtschiffe und die bunten Häuser der Stadt vor der Magellanstrasse hat. Und endlich sieht man kleine Stellen blau am Himmel. Diesmal machen wir Zonta- und Zontaboybilder.

Punta Arenas, die Hauptstadt der Region Magellan und der chilenischen Antarktis erstreckt sich im chilenischen Teil Patagoniens auf der Halbinsel Brunswick, unmittelbar gegenüber der Insel Feuerland. Mit ca. 120.000 Einwohnern ist Punta Arenas die südlichste Großstadt der Erde.
Punta Arenas ist in erster Linie Versorgungshafen für die Antarktis-Schiffe und die Marine.

Als letzten Stopp in Punta Arenas fahren wir zum schönsten Friedhof Südamerikas. Er wurde von Sara Braun, einer Frau, deren Familie durch Viehzucht zu Reichtum gekommen war, gegründet und beinhaltet Zypressenalleen auf dem Friedhof, Mausoleen der reichen Familien, das Grab „Deutsche Krankenkasse", ein Denkmalgrab für Admiral Graf Spee und ein sehr großes Mausoleum mit der Engels-Statue von José Menendez, einem chilenischen Schafsbaron und Ehemann von Sara Braun. Das Denkmal des „unbekannten Indianers", "El Indio Desconocido" wird bis heute als wundertätig verehrt, Kerzen, Münzen und ähnliches schmücken das Grab.

Die Gräber sind sehr unterschiedlich, von prachtvoll, gepflegt bis verkommen und voll Unkraut. Wie üblich in südlichen Ländern finden wir auch viel Plastikblumen und Kitsch an den Gräbern. Einige sind auch sehr bunt angestrichen. Auf fast allen Grabsteinen ist neben dem Todesdatum auch die Todeszeit vermerkt.

Die 10.2.2015 Seetag


Um halb sieben werden wir wach, da das Schiff stärker schaukelt und knarrt als bisher. Dabei haben wir das Kap der Stürme doch hinter uns gelassen.
Alle laufen nun leicht schaukelnd, wie besoffen, durch die Gegend.

Um 10 Uhr macht der Käpt'n die Durchsage, dass er wegen der 6 m hohen Wellen und der rauen See die Geschwindigkeit reduzieren musste und wir deshalb den Zeitplan nicht einhalten können. Die Entscheidung zwischen Amalia Gletscher und Puerto Montt fiel gegen den Gletscher aus - der bringt auch kein Geld für Ausflüge rein. :-((((((

Ab 10 ist wieder Doppelkopf - Time, diesmal gleich auf Deck 7 in der Wheelhouse Bar, denn die Außenbereiche sind fast alle gesperrt und auch zu kalt.
Im Laufe des Vormittags werden alle! Außenbereiche gesperrt aus Sicherheitsgründen und wir können nur noch auf unserem eigenen Balkon frische Luft tanken. Auch das Wasser aus den Pools wird abgelassen.

Mi 11.2.2015 Seetag


10 Uhr Doppelkopfzeit.
10:30 Serviceclub Treffen auf Deck 7 an der Promenade Bar. Entweder hat das keiner gelesen, oder nur Zonta ist vertreten.
11 Uhr: Sambakurs in der Vista Lounge, die Tanzfläche ist voll, aber es sieht eher nach einer Mischung aus Ententanz und afrikanischem Fruchtbarkeitstanz aus. Jetzt weiß ich auch, woher die Asiatinnen ihre Handbewegungen bei Tanzen gelernt haben, die sie fälschlicherweise auch beim Cha Cha einsetzen.
Die Temperaturen steigen langsam wieder, es ist 15° C, aber Windstärke 8. Wir haben das Gefühl, dass die See deutlich ruhiger geworden ist, heißt ja auch Pazifik. Seinem Namen hat er gestern keine Ehre gemacht.

Vor dem Abendessen geht Dieter zur Rezeption und storniert unser gesamtes Trinkgeld (11,50$ jeder pro Tag). Der Service hier lässt wirklich zu wünschen übrig - gut, dass wir das nicht noch mit viel Geld honoriert haben.

Do 12.2.2015 Chile, Puerto Montt

Puerto Montt ist Hafen und Industriestadt, deren ersten Einwohner deutsche Siedler waren, die vor etwa 150 Jahren in diese Region gekommen sind.
Wir liegen mal wieder weit entfernt im Hafenbecken und tendern an Land. Um 8:30 Uhr sollen wir in der Vista Lounge sein und werden dort eine geschlagene Stunde geparkt - alle sind sauer. Statt um neun mit der Rundfahrt zu starten, geht es erst kurz vor zehn los :-((((
Was die anderen Reiseführer morgens einwerfen, wissen wir nicht. Unser heutiger Guide Roberto hat auf jeden Fall eine Schlaftablette genommen mit der Nebenwirkung :"wie sehe ich möglichst abgenervt und gelangweilt aus".
Der Busfahrer hat wohl etwas Angst, dass wir Ebola oder ähnliches einschleppen, denn er fragt vorsichtig an, warum alle so husten - stimmt, fast der ganze Bus röchelt vor sich hin.

Am Ufer des Llanquihue Sees entlang geht es zum Fuße des Osorno Vulkanes in den Vicente-Perez-Rosales Nationalpark, hier gibt es die

Stromschnellen, die Saltos de Petrohué, die “Petrohué Wasserfälle”, ein Wasserfall, der bei einem Ausbruch des Osorno Vulkanes entstanden ist. Petrohué ("Ort der Rauchwolken") liegt am “Todo los Santos See” (Allerheiligensee). Wir erreichen die Stromschnellen um 11:10 Uhr und man lässt uns tatsächlich Zeit bis 11:50 Uhr.
Der Vulkan Osorno ist 2652 m hoch, von ewigem Schnee bedeckt und gilt hier als kleiner Fuji. Uns erinnert er mehr an den Taranaki in Neuseeland. Die Sicht ist fantastisch.
Zurück geht es nach Puerto Varas, wo man uns vor der Stadt 5 Min. gibt, um den Osorno aufzunehmen.

Puerto Varas liegt den Ufern des Llanquihue Sees und ist wegen der vielen Rosen-Gärten als „Rosenstadt” bekannt. Stimmt, überall blühen Rosen. An den vielen historischen Gebäuden aus der Gründerzeit erkennt man unschwer die deutsche Bauweise. Sie wurde 1853 von deutschen und Schweizer Siedlern, die den Süden Chiles bevölkern sollten, gegründet. Die Stadt ist stark deutsch geprägt. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist die „deutsche Pfarrkirche“ Sagrado Corazón de Jesús, eine Holzkonstruktion mit Wellblechverkleidung, sie wurde 1915 errichtet und soll einer Kirche im Schwarzwald nachempfunden sein.
Von eins bis halb zwei gibt man uns, um die Stadt zu erkunden - ein Witz.
Mittagessen gibt es im Park Inn in Puerto Varas von 13:45 bis 14:45 Uhr.
Und endlich haben wir wieder Netz :-)))) Die meisten schauen mehr aufs Handy oder Tablet als aufs Essen. Ich auch!

Danach fahren wir nach Frutillar, einer weiteren deutsch geprägten Stadt, von seinem Gründer Vicente Pérez Rosales als “Schmuckstück des Südens der Republik” bezeichnet.
Viertel nach drei erreichen wir den Ort, in dem der Busfahrer erst mal 15 Min. vertrödelt, bis er einen Parkplatz findet und uns dann doch mitten auf der Straße raus lässt.
Das "Museo Colonial Alemán" zeigt die deutsche Besiedlung ab Mitte des 19. Jahrhunderts. In Deutschland hätte man genauso gut ein Freiluftmuseum besuchen können. In einer halben Stunde kann man auch nicht wirklich viel sehen. Der Guide hat schon Angst, denn wir haben schon 15 Min. überschritten. Der letzte Tender sollte um 16:15 Uhr übersetzen, wir sind aber erst um 16:40 Uhr im Hafen und dürfen dann noch eine halbe Stunde im Hafen stehen, bevor wir einen Platz im Tender bekommen - die Amis......

Fr. 13.2.2015 Seetag


Es ist 18° C sagt der Wetterkanal im TV und in der Sonne auf dem Balkon ist es schon ziemlich warm.
Um halb fünf heißt es Koffer packen, denn die Koffer werden um zehn heute Abend vor den Kabinen abgeholt.

Heute gibt es in der Explorer Bar die letzte Karaoke Vorstellung mit anschließender Wahl. Benji nimmt selbstverständlich teil und wir stimmen für ihn, aber der Filipino aus Kalifornien war leider besser.

Sa 14.2.2015 Valparaíso


Ca. 4170 nautical Miles haben wir zurückgelegt
Wir sollen um 8:50 Uhr im Theater sein zum Ausschiffen - und o Wunder, es geht pünktlich vom Schiff - die wollen uns wohl los werden :-))) Die ersten neuen Gäste stehen auch schon bereit.

Unsere Reiseleiterin hier heißt Solange und sie fährt mit uns als erstes zum Wohnhaus von Pablo Neruda, einem Museum in den Hügeln von Valparaiso. Die alte Hafenstadt Valparaíso gehört zu den schönsten Städten Chiles und Südamerikas. Die Chilenen selbst nennen Valparaíso auch das “Juwel des Pazifiks”. Typisch für Valparaíso (“Paradiestal”) sind die vielen bunten Häuser und kunstvollen Wandmalereien auf den “Cerros”, den Hügeln, die den Hafen und den historischen Stadtkern umgeben. Letzterer wurde aufgrund seiner faszinierenden Architektur aus dem 19. und 20. Jahrhundert im Juli 2003 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Stadt ist wie alle anderen südamerikanischen Städte, die wir bisher gesehen haben, morbide, verfallen.....
In Valparaiso ist es von den Temperaturen her sehr angenehm, ca. 27° C.

Das neben den bunten Häusern auf den Hügeln wohl bekannteste Wahrzeichen der Stadt Valparaíso sind die alten “Ascensores”. Auf Deutsch bedeutet das Wort zwar “Fahrstuhl”, zutreffender ist aber die Bezeichnung “Standseilbahn”, denn die meisten der von Stahlseilen gezogenen Kabinen bewegen sich schräg entlang der Hügelsteigung.
Die ersten Ascensores wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Betrieb genommen. auch wir fahren mit einem Fahrstuhl auf den "Cerro Allegre".

Über Vina del Mar, wo die größte Sehenswürdigkeit eine Blumenuhr ist, geht die Fahrt in Richtung Santiago de Chile.

Santiago de Chile - es ist mal wieder 36° C
Santiago de Chile, die Hauptstadt Chiles, liegt in einem Talkessel von 50 km Durchmesser auf einer Höhe von 500 m über dem Meeresspiegel. Um einen schönen Blick auf die Stadt zu bekommen, fahren wir mit dem Bus auf den "Cerro San Cristobal". Die Gipfel der Anden im Osten der Stadt können wir trotz ihrer 6000 m Höhe nicht erkennen, da es lange nicht geregnet hat und der Smog über der Stadt hängt.
Abends wird es angenehm kühl.
Für Santiago ist dieses Wetter im Sommer wohl typisch, tagsüber bis zu 40° C und nachts Abkühlung auf 12° - 15° C.

So 15.2.2015 Santiago de Chile


Heute morgen musste Benjamin leider mit einer Mitreisenden ins Krankenhaus und alle hoffen, dass es ihr bis zum Abflug besser geht.
Wir starten deshalb erst einmal ohne Benjamin und Dieter bekommt die verantwortungsvolle Aufgabe des stellvertretenden Reiseleiters, Susanne darf für Benjamin Fotos schießen.
Um halb zwölf holt uns der Bus zu einer letzten Stadtrundfahrt in Santiago ab. Als erstes versuchen wir noch einmal von einem Hügel der Stadt die Anden zu sehen, aber auch heute bleiben sie durch den Smog unsichtbar.
Da heute Sonntag ist und der Sonntag in Santiago dem Sport gewidmet wird, überall finden Marathons oder Radrennen statt, sind viele Straßen gesperrt und den "Cerro San Cristobal" können wir mit dem Bus nicht befahren.

Deshalb besuchen wir den Cerro Santa Lucía, den Hügel, auf dem Santiago de Chile gegründet wurde. Wir ersteigen ihn zu Fuß. Obwohl wir morgens noch über das angenehme Klima schwärmen, wird uns doch ziemlich heiß. Auf dem 69 m über Straßenniveau aufragenden grünen Hügel befinden sich Reste eines kleinen Forts und eine Terrasse, die "Teraza Neptuno" mit schönem Stadtblick.

Im Anschluss fahren wir in die Stadt und gehen ca. 1 Stunde spazieren, am Justizpalast vorbei, zum Regierungspalast La Moneda bis zur Plaza de Armas mit der Hauptpost.

Die 1805 erbaute Münzprägestätte La Moneda an der Plaza de Constitución ist seit der Unabhängigkeit des Landes 1846 Residenz des Präsidenten. Beim Militärputsch von 1973 wurde das Gebäude bombardiert, Präsident Allende ordnete die Kapitulation an, blieb im 'Saal der Unabhängigkeit' zurück und beging dort Selbstmord. Heute erstrahlt der Regierungspalast wieder in alter Pracht. Auf dem Platz vor La Moneda steht eine Bronzefigur von Allende.

Der Plaza de Armas mitten im historischen Zentrum wurde benannt nach den Waffen, die dort zu Zeiten der Konquistadoren zum Schutz der Siedler lagerten. Später war der Plaza Schauplatz öffentlicher Ereignisse, von Truppenparaden über religiöse Prozesse bis zu Hinrichtungen. Im Westen liegt die Kathedrale, ein Bau aus dem 18. Jahrhundert mit einer üppigen, weitgehend von bayerischen Jesuiten stammenden Innenausstattung. Nördlich der Plaza schließen weitere historische Gebäude an: die Post, ein früher Gouverneurspalast, sieht aus meiner Sicht besonders attraktiv aus.

Als letztes gehen wir durch den Mercado Central, dem Marktgebäude aus dem Jahre 1872. Hier kann man bei frischem Fisch und Meeresfrüchten das bunte, wuselige Markttreiben beobachten.

Vor der Markthalle wartet der Bus auf uns, der uns dann zum Flughafen bringt.

Wir üblich am Flughafen - es dauert, Schlange stehen......
Aber wir sitzen alle um 17 Uhr im Flieger.
Und dann fängt das große Sitzplatz tauschen an.... Welch Chaos! Warum kann man nicht beim Einchecken seine Wünsche äußern?
Neben Dieter sitzt dieses Mal nicht der Dickste, sondern der Schweigsamste mit Stöpseln im Ohr - Gott sei Dank, er spricht auch nur italienisch und französisch. Und er steht nicht auf! Als ich das WC aufsuchen möchte, muss ich über ihn und seinen Stock hinweg steigen :-((

Flug Santiago de Chile - Paris 17:15 - 11:00

Mo 16.2.2015
Paris Ankunft 11 Uhr
Paris - Hannover 13:20 - 14:50


Unsere Eindrücke:

  • Unser erstes Hotel, das Best Western Rio Copa ist, was Service angeht, katastrophal. Bis eins sind die Zimmer nicht gemacht, Handtücher werden teilweise nicht ersetzt, die Klimaanlage in den hinteren Zimmer geht nicht - dafür ist es ruhig. Vorne dagegen kühl und laut. Nach fast zwei Stunden Koffersuche (ein Koffer verschwand im Hotel aus der Rezeption) erklärt sich der Manager endlich bereit die leeren, unbewohnten Zimmer abzusuchen. Ein eindeutiger Fehler des Personals wird nur mit Worten entschuldigt, nein eigentlich lobt man sich nur, dass man den Koffer gefunden hat. Beim Abräumen der Tische klirrt es nur so, denn es fallen in einer Tour Besteckteile zu Boden. Rechnen fällt selbst mit Taschenrechner schwer....
    Fazit: das Hotel ist nicht nur in die Jahre gekommen, es wird auch noch von Personal weiter runtergewirtschaftet. Schade, denn die Lage zur Copacabana ist super.
  • Die Golden Princess ist nicht wirklich unsere Welt. Wir senken das Durchschnittsalter beträchtlich, denn die meisten sind über 70, vielleicht sogar 80. Leider ist auch für diese Alterstufe das Rahmenprogramm eingestellt. Der Service mag besser sein als auf der Aida, aber mein Bad muss nicht 2x täglich gesäubert und mein Bett 2x gemacht werden.
    Die Cola- Flatrate ist der größte Reinfall auf diesem Schiff. Da war die Pepsi auf der Aida ja fast besser. In den Restaurants bekommt man immer Diet Coke für Regular "verkauft" und ansonsten ist sie abgestanden wie eine 5 Tage offene Flasche. Es gibt auch Dosen, die recht gut schmecken und noch Kohlensäure enthalten, die muss man aber auch mit Flatrate bezahlen (2$ + Gratuity). Ich trinke jeden Tag weniger Cola und steige immer mehr auf Wasser um, dabei lebe ich von Cola.
    Ein weiterer Minuspunkt für Princess Cruises: nach einer Woche gibt es kein Budweiser Bier mehr, nur noch Heineken und Stella, kleinere Flaschen zum gleichen Preis - mal sehen, wann auch das aus ist.
  • Zwei Wochen Kreuzfahrt bedeuten zwei Wochen ohne Pass.
  • Dieter stellt fest, dass Südamerikaner multi-tasking-fähig sind, zumindest beim Pinkeln. Er hat einen in Rio gesehen, der sich nebenbei Pornos anschaute und einen in Punta Arenas, der nebenbei SMS schrieb.
  • Conny weiss jetzt endlich wo die 'Deutsche Krankenkasse' begraben ist. (Punta Arenas)
  • Reiseleitung ist kein Job für uns. Benjamin muss morgens um sechs (sonst ist keine Zeit) schon zwei Berichte schreiben, einen Reisebericht für die Gäste und einen detaillierten Bericht für das Unternehmen. Immer ist ein Lächeln auf seinem Gesicht und er kümmert sich sehr um uns. Nicht nur, dass er Koffer suchen muss, er sucht Uhren, die in der Hosentasche stecken, ständig macht er Fotos von allen, arrangiert die Touren und weiß immer was als nächstes geplant ist. Zwischendurch singt er dann noch mit einigen "das Wandern ist des Müllers Lust" - letzteres muss aus meiner Sicht nicht unbedingt sein.

Fazit

Wie alles hat auch eine Gruppenreise Vor- und Nachteile. Alles ist organisiert, wir müssen uns um nichts (wirklich nichts) kümmern, das ist sehr angenehm.

Einige Besichtigungen, Ausflüge hätten wir nur sehr schwer oder garnicht organisiert bekommen. An einigen Orten hätten wir gern mehr Zeit gehabt, einige einfach ausgelassen.

Ausserdem geht bei einer Gruppenreise viel Zeit verloren, die man allein einsparen kann (25 Leute aus dem Bus aussteigen und dann wieder einsteigen dauert halt).

Wir hatten eine sehr nette Gruppe.

Wir haben noch nie so viel gelacht und Spaß gehabt in einem Urlaub!

Die nächsten Reisen werden wir erstmal wieder in der bewährten Kleingruppe machen (Conny + Dieter), danach sehen wir weiter.


Fotos mit bessere Auflösung gibt es wie immer in der Fotogalerie.