Reisebericht Neuseeland Süd 2013

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Aotearoa, zwei Autowanderer im Land der großen, weißen Wolke

Neuseeland war immer eines unserer Traumziele wegen der großen landschaftlichen Vielfalt. Befreit vom Diktat der Schulferien konnte die optimale Reisezeit ausgewählt werden. Die lange Flugzeit (33 Stunden) schreckt uns ‚noch’ nicht ab.

Um dem Bericht vorzugreifen:

Wir erlebten vier traumhafte Wochen.

Unsere Stationen - Route auf der Südinsel im Überblick

25.01.2013 bis 27.1.2013 Anreise

In der letzten Woche vor Abflug wurde es nochmal spannend, da unsere Tickets erst 23 Stunden vor Abflug eintrafen.

Wir fliegen ab Hannover über London, Singapur und Sydney nach Christchurch auf die Südinsel Neuseelands. Ein technisches Problem am A380 in London (Türen gingen nicht zu), verzögert unseren Abflug um zwei Stunden, sodass wir unseren Anschlussflug in Sydney nicht erreichen.


In Sydney ist bei unserer Ankunft von Qantas bereits alles super organisiert, eine Lady begleitet uns durch den Airport bis zum Emirates Schalter und telefoniert mit Britz wegen des Campers. Perfekt! Und dann sind wir endlich in Neuseeland 24°C, Sonne, perfekt.

Der Britz-Explorer wird von uns bezogen, erste Einkäufe gemacht und nach 36 Stunden Flug fallen wir auf dem TOP 10 Campingplatz in Christchurch todmüde ins Bett.

Angekommen! Morgen erkunden wir Christchurch.

28.01.2013 Christchurch bis Lake Tekapo

Zuerst fahren wir in die City und parken an der Hagley Street - empfohlen vom Womo-Führer. Parkplätze sind reichlich vorhanden und die Parkautomaten kann man mit Kreditkarte bezahlen!

Zuerst machen wir einige Fotos von der Art Gallery und spazieren dann am Avon entlang zur Glouchester / Ecke Colombo Str. Von dort hat man den besten Blick auf den Cathedral Square und die Reste der Kathedrale in der „red zone“, die am 22.2.2011 bei einem Erdbeben zerstört wurde.
Weiter geht es zum Christ College - leider sind Sommerferien und das College wird renoviert. Dass Christchurch very british ist, kann man aber dennoch gut feststellen.

Nach 1,5 Std. City verlassen wir Christchurch in Richtung Lake Tekapo.

Da wir schnell vorankommen wollen, nehmen wir den Hwy 1 und nicht die scenic route.
Zwischen Christchurch und Ashburton sehen wir mehr Kühe als Schafe - sind wir wirklich in Neuseeland oder in Bayern? Und der reiche Schaffarmer, der eine deutsche Frau sucht, läßt sich auch nicht blicken. Wahrscheinlich sind alle im neuseeländischen „Bauer sucht Frau“ unter die Haube gekommen.

Auf jeden Fall erinnert uns das hügelige Land etwas an die Toskana.

15:45 Uhr erreichen wir den Lake Tekapo und finden sofort die Statue des Collies, eines der meistfotografierten Motive des Landes. Sie wurde 1968 errichtet, um die herausragende Bedeutung der Hirtenhunde in der Schafshaltung zu würdigen.
100 m weiter steht die "Church of Good Shepherd", die 1935 erbaut wurde, direkt am See und umvölkert von Touris. Statt des Altars gibt es in der Kirche ein großes Fenster, das den Blick auf den Lake Tekapo bis zum Mt. Cook freigibt.

Der Lake Tekapo ist mit 83 km2 der größte Binnensee Canterburys, der vom Schmelzwasser einiger Gletscher gespeist wird. Die feinen Sedimente im See reflektieren das Sonnenlicht und lassen ihn in leuchtendem Türkis erscheinen.

Zunächst fahren wir auf den Mt. John zum Obsevatorium der Universität Canterbury. Dort hat man von der Terrasse des Astro Cafes einen tollen Rundumblick auf den Lake Tekapo und den Lake Alexandrina. Letzterer ist im Gegensatz zum türkisblauen Tekapo tief dunkelblau. Awesome! Amazing!

Abends wollen wir die “Church of Good Shepherd“ im Sonnenuntergangslicht aufnehmen. Leider haben nicht nur wir gelesen, dass das besonders schön ist. Eine Horde von Menschen bevölkert die Kirche, heute Nachmittag waren es längst nicht so viele.

Das Ergebnis ist aus Dieters Sicht nicht optimal – aber das ist ja immer so.

29.01.2013 Lake Tekapo, Mt. Cook bis Twizel


Wir verlassen den Lake Tekapo in Richtung Aoraki, Mt. Cook Village. Schon gestern fiel uns auf, dass auf den Landstraßen viele kleine überfahrene Tiere liegen, alle 400-500 m sieht man eines (den sogenannten Roadkill). Wir spekulieren noch über kleine Kaninchen, aber vielleicht sind es auch Opossums (oder Possums).

Am Lake Pukaki haben wir den ersten Blick auf Mt. Cook von der Straße aus.
Der Mt. Cook ist mit 3754 m der höchste Berg Neuseelands und Ozeaniens. Er ist Mittelpunkt des Nationalparks, in dem 19 Dreitausender und 140 Zweitausender stehen, den Südalpen.

Tipp des Reiseführers: Wenn man statt des Mt. Cooks nur eine graue Wand sieht - umdisponieren. Wir haben bestes Wetter und fahren zum Aoraki.

Hooker Valley Walk, laut Dumont "Wandern auf unterem Niveau" - für uns Autowanderer reicht es. Wenn die Tageswanderung Tongariro Crossing nicht schon für uns gestrichen wäre, spätestens jetzt hätten wir es gemacht :-)))
Es ist gefühlte 45°C (eigentlich nur 31) und wir wandern ständig in der prallen Mittagssonne. Die Tour geht am Müller Lake vorbei und über zwei Hängebrücken.
Nach der ersten Brücke hätten wir schon umkehren können, so spektakulär war das danach nicht mehr. Es ist heiß und die Asiaten laufen hier vermummt rum wie Michael Jackson zu seinen besten Zeiten (langärmlig, dicke Hose, Hut oder Regenschirm und selbstverständlich ein Tuch im Gesicht).


Weiter geht’s zum nächsten Walk, zum Tasman Gletscher.
Über mehrere ‚one lane bridges’ und eine trockene Schotterpiste geht es zum Parkplatz Blue Lakes. Ich bin wieder erstaunt, wie viel Lärm eine Mikrowelle auf einer Schotterpiste verursachen kann....
16:05 Uhr beginnen wir mit dem Aufstieg - und es geht immer nur bergauf - wer hatte nur die Idee zu dieser Wanderung???
Oben angekommen, vollkommen aus der Puste, meint Dieter, ich hätte schon bessere Tipps gehabt und leider muss ich ihm Recht geben. Die Blue Lakes, die eigentlich grün sind, fotografieren wir gar nicht mehr.

Anschließend kühlen wir unsere Füße im eiskalten Gebirgsbach - erfrischend!

Auf ein Bild des Aoraki im Abendlicht verzichten wir und fahren direkt nach Twizel. Auch das Hermitage, das wahrscheinlich berühmteste Hotel Neuseelands, lassen wir liegen, uns erscheint es eher wie ein unansehnlicher Klotz in traumhafter Landschaft.

Wenn uns die Wadenkrämpfe nicht wachhalten, werden wir sicher tief und fest schlafen!

30.01.2013 Twizel nach Moeraki

Zum Frühstück gibt es heute nicht nur Toast, nein auch etwas fürs Auge - zumindest für Dieters. Unsere Nachbarinnen (Finnin oder Russin) zeigen uns ihre nackten (durchaus ansehnlichen) Hintern. Dieter behauptet noch, sie trugen einen Stringtanga, ich habe nicht so genau hingesehen, um das zu erkennen. Was sagt uns das?

Auf dem Lake Ruataniwha trainieren braungebrannte, neuseeländische Studenten trainieren - hier ist das nationale Ruderertrainingszentrum - also auch etwas für die Augen der Frauen.


Elephant Rocks nahe Duntroon - bizarr, die Felsen haben sich aus dem 25 Millionen Jahre alten Sandstein herausgebildet und zu Kalkstein umgewandelt. Skurrile, riesige Naturskulpturen, die wie schlafende Monster daliegen und zwischen denen Schafe grasen. Ich bin wie immer für die Übersichts- und Dokumentationsfotos zuständig, Dieter produziert die Kunst.

27°C, sonnig, am Moeraki Beach, wir wollen die Boulders aufnehmen. Zurzeit ist Ebbe, aber das Wasser steigt an - perfekt, bald sind die ersten Boulders vom Wasser umspült.

Die Moeraki Boulders sind keine rundgeschliffenen Felsbrocken, auch wenn sie so aussehen, sondern durch Konkretion (um organische Stoffe herum entstehender Prozess, ähnlich wie bei Perlen) entstandene Kugeln.
Die größten Kugeln bildeten sich in bis zu 4 Mio. Jahren. Später entstanden Risse, in denen sich Kalkspat ablagerte, das sorgte dann für die markanten Muster. Durch die ständige Brandung - die Boulders kann man nur bei Ebbe sehen und erreichen - beginnt langsam der Verfall, einige Kugeln liegen schon aufgeplatzt am Strand.


Für ein gutes Foto muss man Einsatz zeigen - so aus dem Auto raus geht das gar nicht - Dieter bezahlt die Moeraki Fotos mit total verbrannten Füßen.
Ich bezahle mit, so ist das nach 30 Jahren Ehe.

31.01.2013 Dunedin bis Te Anau

Hin und wieder bleibt ein Schrank bei der Abfahrt offen, d.h. der Knopf ist nicht eingedrückt. In der ersten Kurve springt dieser Schrank dann mit Karacho auf. Wie oft uns das wohl noch passiert?

8:00 Start vom Campingplatz nach Dunedin zum Sightseeing.
Schon um halb neun sind wir an der Baldwin Str., der steilsten Straße der Welt (lt. Guinness Buch), maximale Steigung 35%. Das hat schon was.

Dunedin, die "Stadt auf dem Hügel", nach dem Vorbild Edinburghs errichtet, ist eine der schönsten Städte Neuseelands. Sie gilt als eine der am besten erhaltenen viktorianischen und edwardianischen Städte der südlichen Hemisphäre und ist very scottish.

Am bekanntesten ist der Bahnhof, dessen Außenseite aus massivem Kalkstein im flämischen Renaissancestil errichtet wurde und innen mit aus England importierten Mosaiksteinchen ausgelegt wurde.

Anschließend gehen wir zum Octagon Square - weniger beeindruckend als erwartet.
Die neogotische St. Paul's Cathedral der Anglikaner ist allerdings dort nicht zu übersehen. Ein kurzer Abstecher in den Shop von Cadbury, die Fabrikführung sparen wir uns, dafür ist das Wetter zu schön und es geht zurück zum Womo.
Auf unserem Plan steht noch die Otago Boy's High School, an der wir einen kurzen Fotostopp machen, dann verlassen wir Dunedin.



Wir fahren über Clinton und Gore (Bush und Obama fehlen), diese Strecke haben die Kiwis tatsächlich Presidential Highway genannt :-)) leider ist das Schild zu schnell an uns vorbeigeflogen um es zu fotografieren.
Die Landschaft ist mal wieder typisch Mittelerde - hügelige Wiesen, Tussock Gras und Hunderte von Schafen.
Kurz nach Fünf erkunden wir in Te Anau das Town Centre, eine Straße, die zum Lake Te Anau führt - sehr übersichtlich. Te Anau, eine 2000 Einwohner-Stadt ist das Tor zum Fjordland und bietet außer einer sehr gut organisierten i-Site wenig.
Heute war, bis auf Dunedin City, ein Fahrtag. Die Strecken ziehen sich doch ganz schon hin, für ca. 300 km braucht man schon fünf Stunden.
Dieter muss heute kaum Fotos bearbeiten...

1.02.2013 Fjordland

Wir starten morgens zur Milford Road, dem World Heritage Highway,
da sie viele interessante Stops bietet. Die Mirror Lakes finden wir eher enttäuschend. Vielleicht hatten wir einfach zu hohe Erwartungen. Es ist eigentlich nur ein kleiner Tümpel in dem sich die Berge spiegeln und an dem man einen Plattenweg mit drei Plattformen gebaut hat. Wäre nicht das Hinweisschild und der Weg zu sehen, könnte man glatt dran vorbei fahren.

Nächster Stopp ist der Lake Gunn. Dort begeben wir uns auf den Nature Walk in den "Zauberwald". Der Wald aus Rotbuchen ist wirklich zauberhaft. Alles ist hier mit grünem Moos überzogen bis hoch die Bäume hinauf. Der Lake Gunn dagegen haut uns nicht um.


An der Hollyford Road machen wir kurz einige Fotos von den uns umgebenden Bergen und dem Hollyford Valley. Danach gibt es wieder einen kleinen "Walk" zu den "Cascades" der Lake Marian Falls über eine sehr schwingende Hängebrücke.

Kurz vor drei sind wir am Homer Tunnel, der 1270 m lang in den Berg gebuddelt wurde und nicht beleuchtet wird – es ist stockdunkel darin und tropft von oben. Sicherheitstests des Tunnels sollte man lieber nicht abfragen.
Laut Reiseführer soll hier nachmittags eine lange Rotphase sein, da alle wieder aus dem Milford Sound rausfahren, und Wartezeiten bis zu einer Viertelstunde sind üblich.

Manchmal bezweifeln wir, ob die Leute, die diese Führer schreiben auch wirklich hier waren, oder ob wir einfach unheimliches Glück haben. Wie warten höchstens 3 Minuten, außerdem bekommen wir überall ohne Reservierung einen Campingplatz.

Unser letzter Halt ist "The Chasm", auch hier gibt es einen kurzen (15 Min. return) Gang zu den Wasserfällen des Cleddau River with spectacular, dramatic views, etwas erinnert es an Burkes Potholes in Südafrika.
Im Milford Sound soll es 300 Tage im Jahr regnen - wir haben heute strahlend blauen Himmel mit einigen Fotowolken - perfekt!!!!

16 Uhr erreichen wir Milford Sound, oder Piopiotahi, den bekanntesten Fjord Aotearoas - eigentlich braucht man für die Strecke von Te Anau her 2,5 Std. mit den Stopps - wir haben es auf sechs gebracht, aber das auch erwartet.
Zuerst reservieren wir uns Plätze für die erste Bootstour morgen früh. Wir haben jetzt schon tolle Ausblicke auf den Mitre Peak. Es ist windig, aber sonnig und angenehm.

In Milford Sound gibt es nur ein Restaurant, "The Blue Duck", dort gibt es abends Lasagne und ein Fishermans Basket.
Wie immer wurde das Essen von Conny fotografiert, hier eine Kostprobe.

Anschließend muss Dieter noch das gute Licht nutzen....
Die sandflies blasen zum Angriff.

2.02.2013 Fjordland bis Queenstown

Der 1692 m hohe Mitre Peak, so genannt wegen seiner Ähnlichkeit mit einer Bischofsmütze, ist das Wahrzeichen des Milford Sounds und auf jedem Foto zu sehen – auch auf unseren.
Die vielen, penetranten sandflies machen das Ganze aber nicht gerade angenehm. Trotz "Off" umschwirren uns gefühlte tausend sandflies - auch wenn es nur 50 sind....
9:55 startet die Mitre Peak Cruise, die Gesellschaft mit den kleineren Booten (bevorzugt von Deutschen, gemieden von Asiaten). Auf dem Boot sind nur ca. 20 Passagiere, was echt angenehm ist, überall ist Platz satt, keiner steht dem anderen vor der Linse....
Die Sonne scheint und wir vermissen auch nicht den Regen, der angeblich die Fotos noch dramatischer macht, da dann überall Wasser die Berge herunterläuft.
Am Stirling Fall verschafft uns der Capitän eine Dusche, so nahe kommen wir an den 146 m hohen Wasserfall heran.

Nach der Bootstour geht es zurück nach Te Anau und dann heißt es wieder Strecke machen - bis Queenstown, wo wir gegen halb fünf ankommen.
Nach einer Woche können wir endlich beim Tanken die Frage nach einem Voucher mit ja beantworten und sparen 4 Cent pro l Liter - awesome.
Ab sofort gehen wir auf Voucherjagd :-)))

Nachdem wir uns eingerichtet haben und Dieter seinen üblichen Plausch mit den Nachbarn gehalten hat (Wales, GB), gehen wir runter zum See. Die Waterfront erinnert uns etwas an San Francisco.

Wir besuchen ein paar Souvenirgeschäfte, sehen ein Starbucks (hi Christian) und landen zum Abendessen im "Lone Star" Restaurant. Irgendwie sind wir die letzten Tage von einem Highlight zum nächsten gereist, jetzt sollten wir mal etwas entspannen und es langsamer angehen lassen. Schaffen wir das?

Queenstown ist "Adventure-Capital", die Stadt des Thrills, der Abenteuerspielplatz der Adrenalinsüchtigen - Bungee jumping, Tandemsprünge, Jetbootfahrten....- unser Nachbar meint, wenn er gefragt wird, sagt er immer das Geld reichte dafür nicht mehr....

Wir brauchen das auch nicht! Oder springt Dieter morgen?

3.02.2013 Queenstown nach Lake Hawea

Jeden zweiten Tag starten wir irgendwo mit angezogener Handbremse und wecken mit der dann aufheulenden Hupe die benachbarten Touris – wie heute.

Am Arthurs Point liegt am Ostufer des Shotover Rivers die Station des Shotover Jet. 129 NZD each für eine Fahrt sind uns zuviel für diese Aktion, wir machen lieber Fotos von den rasenden Böötchen.
Zum Goldgräberstädchen Arrowtown geht es weiter. Hier kann man gemütlich draußen in der Sonne sitzen, essen, Wein trinken..... Schickimicki
In der Mainstreet sind die alten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert restauriert und zu Geschäften und Cafes umfunktioniert.
Mittags kommen wir dann an der Kawarau Bridge an, hier ist Bungee Jumping angesagt. Auch das sparen wir uns, nicht wegen der 180 NZD each (auch), sondern "I' m to chicken", wie es auf den T-Shirts hier steht.
Die Kawarau Bridge ist die Hängebrücke, 43 m hoch, auf der AJ Hackett Anfang 1988 die erste kommerzielle Sprungplattform der Welt eröffnete. Im ersten Sommer wagten 28 Springer den Fall, heute springen sie fast im 5-Minutentakt. Nicht jede/r, der oben steht, sieht wirklich glücklich aus über seinen Entschluss, aber wer nicht schnell genug springt, bekommt einen leichten Schupps von hinten – zurück von der Plattform geht nicht. Vorher kann man noch wählen, ob man ins Wasser eintauchen, hin und her schwingen oder einfach nur herabstürzen will. Wir haben alle Variationen beobachten können.

Es ist heiß: 28°C !!!!
14 Uhr geht es weiter über die Crown Range, durch Cadrona nach Wanaka. Unterwegs sehen wir einen Teil von Mittelerde!
In Wanaka ist es bewölkt und der See schimmert nicht so schön, sodass wir noch ein Stückchen weiterfahren, zum Lake Hawea.

4.02.2013 Lake Hawea bis Fox Glacier

Seit zwei Uhr heute Nacht regnet es - heftig. Nach zwei Stunden muss ich feststellen, dass ein Drittel meines Bettes nassgeregnet ist durch die geöffnete Dachluke. Also: erst einmal alle Dach - und Fensteröffnungen schließen.
Es regnet weiter – unser erster Regentag!

Der Lake Hawea ist zwar morgens noch zu sehen, aber die umliegenden Berge verschwinden in hellgrauem Dunst.
In Neuseeland regnet es halt oft, sonst wäre es nicht so grün :-)
Über die Nebelberge Mittelerdes, die ihrem Namen alle Ehre machen, und dem Haast Pass geht unsere Fahrt an die Westküste.
Überall stürzt das Wasser von den Felswänden herunter.
Am Ship Creek warten schon die sandflies auf uns, trotz des bedeckten, nieselnden Wetters. Der Regenwald leuchtet in unzähligen Grüntönen, hoffentlich kann die Kamera das einfangen. Die Farne und Baumfarne (sehen fast wie Palmen aus) sind beeindruckend.
Kurz vor Bruce Bay ist uns eine 'One Lane Bridge' zu schmal und wir schrappen lautstark links am Bordstein lang - jetzt entleert sich der Abwassertank von allein und am Einstieg ist auch etwas abgesplittert (falls es nicht schon vorher war - es war auf jeden Fall vorher!)

Da es nachmittags nur noch nieselt, fahren wir zum Fox Glacier.
Die Accessroad geht direkt neben einem Fluß lang, über dem die Gischt Nebelschwaden bildet - gespenstisch.

Der Fox Glacier ist leider nur mit guided Tour begehbar, ansonsten steht man weit entfernt und kann einen Blick auf ein relativ schmutziges Stück Eis werfen. Wir haben ja schon in Island gelernt, dass ein Gletscher Geröllabrieb mitnimmt und deshalb nie strahlend weiß im Tal ist sondern immer schmutzig grau - muss uns trotzdem nicht gefallen.
Wenn wir morgen früh zum Lake Matheson aufbrechen haben wir wahrscheinlich wenig Chancen den Mt. Cook sich dort spiegeln zu sehen...
Manchmal reicht nicht der richtige Fotoort zur richtigen Uhrzeit...

5.02.2013 Fox Glacier bis Franz Josef Glacier

Das schier Unglaubliche passiert, als wir morgens um sieben aus dem Fenster schauen sind die Berge zu sehen! Frühstück fällt deshalb aus, Klamotten zusammenpacken und los geht es.

Die Sonne steigt gerade über die Südalpen als wir den Parkplatz des Lake Matheson erreichen und macht aus dem tristen graubraun eine grüne Landschaft.
Jetzt heißt es sich sputen, denn die Spiegelungen im See sind nur früh morgens zu sehen bevor der Wind aufkommt. Den 45- minütigen Weg schaffen wir in 20, da wir zwischen schnellem Walken und Joggen durch die Botanik hasten.

An den Lookouts bietet sich dann Postkartenidylle an - also alles noch rechtzeitig!

Unser Frühstück nehmen wir später im Cafe am Parkplatz ein.
Der Fox Glacier soll am besten zwischen 11 und 13 Uhr aussehen, deshalb fahren wir noch einmal hin, diesmal zu einem Lookout auf der anderen Seite des Flusses. Der Gletscher ist nicht wirklich schöner, aber die Sicht ist deutlich besser.
Anschließend fahren wir zum nächsten Gletscher, dem Franz Josef, der nur 25km entfernt ist.

Der erste Walk dort führt uns auf einen kleinen Hügel zu einem Lookout - Franz Josef beeindruckt noch weniger als Fox, trotzdem nehmen wir den Franz Josef Valley Walk (1,5 Std return), um an die Gletscherzunge ranzukommen. Auf dem Hinweg müssen wir ständig gegen den Wind ankämpfen, der zwar nicht richtig kühlt, aber unangenehm ist. Ganz ran ans Eis kommen wir wieder nicht, da aus Sicherheitsgründen auch hier alles abgesperrt ist. Auf dem Rückweg stellen wir für uns eine Statistik über das Alter der Touris hier auf - ca. 80% sind deutlich jünger als wir, vielleicht sogar mehr... 90%?
Im Ort suchen wir Air Safaris auf, um uns nach einem Flug zu erkundigen. Wenn der Wind es zuläßt, steigt um 17 Uhr noch eine Maschine auf.
Der Flug findet statt und wir fliegen 50 Minuten über die Westcoast und die Südalpen, inklusive Fox und Franz Josef Glacier, Mt. Cook und Mt. Tasman – empfehlenswert.

Heute sind wir 5 Stunden gewandert!!!!

6.02.2013 Franz Josef Glacier bis Punakaiki

New Zealand Day - nationaler Feiertag.
Kalt ist es im Glacier Land. Obwohl es gestern beim Flug noch 21?C war, ist es in der Nacht auf 10?C abgekühlt.

Der erste Stopp auf unserer Fahrt in den Norden ist in Pukekura angesagt, einer Zwei-Einwohner-Stadt mit einem guten Marketing. In jedem Führer steht das "Bushman's Centre" mit der gigantischen Sandfly verzeichnet und alle Camper halten an - wir auch. Im Restaurant gibt es vorwiegend Wild, besonders Possum. Auf das "roadkill Sandwich" verzichten wir aber lieber.
Die Mittagszeit verbringen wir in Hokitika, einer Stadt, die fast nur aus Souvenirgeschäften und Jadeverkäufern besteht, was daran liegt, dass der Arahura River berühmt ist für seine Greenstonevorkommen.
Greymouth, die einzige größere Stadt an der Westcoast, feiert den Nationalfeiertag, alles ist geschlossen. Anfang 1990 baute man eine Flutmauer, die den Grey River bändigen soll und gleichzeitig eine Promenade mit Blick auf die Stadt abgibt. Kommentar: perfekter Marketingmanager!

Gegen 16 Uhr erreichen wir wieder die Strandbereiche, schießen einige Fotos und fahren bis Punakaiki durch, zu den Pancake Rocks.
Die Pancake Rocks sind das Aushängeschild des Paparoa National Parks. Vor über 30 Mio. Jahren schichteten sich Ablagerungen von Kalksedimenten und Tonmineralien übereinander, die unterschiedlich schnell erodierten, seit sie Wellen, Wind und Regen ausgesetzt sind. Dadurch entstanden Gebilde, die wie geschichtete Pfannkuchen aussehen. Am schönsten sind sie, wenn bei Flut die Brecher der Tasman See in die unterirdischen Gänge und Höhlen donnern. Die Gischt steigt dann aus einigen „blowholes“ hoch wie ein Geysir.

7.02.2013 Punakaiki bis Motueka

Es ziehen ein paar graue Wolken auf und die Stimmung an den Pancakes ist nicht ganz so toll wie gestern - außerdem ist keine Flut mehr.

Im Anschluss daran besuchen wir kurz die Punakaiki Cavern, in der angeblich Glühwürmchen sein sollen. Mit der Taschenlampe im Anschlag wagen wir uns ein ganzes Sück in die feucht-glitschige Dunkelheit, aber Glühwürmchen finden wir nicht - schlafen wohl alle.
Nicht jede Sehenswürdigkeit ist halt ein Highlight.
Bevor wir wieder auf die Piste gehen ist noch der Truman Track Walk angesagt, der uns in 15 Min. durch den Regenwald (überall stehen dort Fallen, die Ratten und Possums fangen sollen) an die wilde Westcoast bringt.
Man kommt direkt an den Kiesstrand und da gerade abziehende Flut ist, kann man auch die ganze Bucht begehen. Und sandflies gibt es reichlich.
Weiter geht es nach Norden zum Cape Foulwind - benannt von James Cook, der dort wegen Flaute einige Zeit rumdümpelte. Wir wandern zum Cape an dem die Robben sich nur so tummeln sollen - und sehen dann tatsächlich eine faul auf den Felsen liegend :-((( nicht jede Sehenswürdigkeit ist ein Highlight!
Über die SH 6 wollen wir jetzt bis Murchison kommen, immer am Buller River lang. Murchison ist die einzige größere Stadt auf der Strecke bis Nelson. Nachdem wir festgestellt haben, dass es rundherum nichts Interessantes zu sehen gibt, düst Dieter weiter.
Unser Tagesziel heißt nun Motueka, das Tor zum Abel Tasman Nationalpark.

8.02.2013 Motueka bis Picton

Wassertaxi und scenic drive im Abel Tasman streichen wir für heute und fahren nach Kaiteriteri an den Strand.
Heute ist Beachday, zumindest von 11 bis 13 Uhr. Die Sonne brennt! Das Wasser ist mir zu kalt, aber Dieter springt einmal kurz rein. Wie gut, dass wir Campingstühle immer dabei haben, so sitzen wir gemütlich im Sand, lesen und genießen den Tag.
Bevor wir verbrennen geht es wieder nach Motueka. Die Hafenfront dort liegt fast auf dem Trockenen, denn es ist Ebbe. Unsere Fahrt führt uns deshalb sofort wieter durch die umliegenden Früchtefarmen (Äpfel und Birnen), vorbei an Weinbergen und Hofenstangen nach Nelson.
Dieter steht nicht auf Kultur heute und so lassen wir die City und die Kirche liegen und fahren weiter gen Osten.

Und dann kommt der very scenic drive über den Queen Charlotte Drive nach Picton. Scenic drive heißt auch immer kurvig, sehr kurvig und Berg - und Talfahrt, so dass Dieter wenig vom scenic hat, da er sich auf die Straße konzentrieren muss, die ist nämlich auch noch recht schmal für unser "Schiff", nicht unbedingt ideal.
Der Blick auf die Marlborough Sounds ist allerdings wirklich schön. Das Wasser ist tiefblau und in den Buchen türkisgrün - postkartenmäßig.
Kurz bevor wir Picton erreichen, sehen wir die interislander ferry in den Hafen einfahren.
Um halb sechs sind wir dann in Picton und begeben uns zum interislander-ferry-Schalter, um dort eine Überfahrt für morgen zu buchen.
Die Führer, die uns in Germany noch etwas "Angst" gemacht haben, waren entweder nie zu dieser Zeit hier, oder wir haben unheimliches Glück. Selbstverständlich bekommen wir die Fähre, die wir wollen, morgen früh um 10:30.
Uns wundert noch, dass wir nur den Nachnamen, nicht aber die Vornamen buchstabieren mussten. Kornelia stand dann auch nicht auf dem Ticket und aus Dieter wurde Peter:-))))

Für Interessiert geht die Reise unter Reisebericht Neuseeland Nordinsel weiter !!!