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Reisebericht Namibias Highlights
- Reise März 2010 -

Himbafrau Wieder geht es nach Afrika, irgendwie 'muss es alle 2 Jahre sein'. Wir haben Namibia gewählt weil es 'fotografisch' einfach eine sehr große Vielfalt bietet und wir hier die besonderen Highlights noch mal aufsuchen wollen um unsere Fotoergebnisse zu perfektionieren.
Im Vorfeld wurde auch das Equipment noch mal hochgerüstet auf Vollformat-Kamera EOS 5D mit EF 100-400mm Objektiv (hoffentlich ist es nicht wie beim Tennisspielen, wenn man sein Spiel nicht verbessern kann, geht man übers Material)

Folgende Highlights haben wir angesteuert:

- Etosha Nationalpark
- Kaokoveld im Norden (Besuch der Himbas)
- Küstenstreifen, Skelettküste, Robbenkolonie und Swakopmund
- Namibwüste (auch aus der Luft)

Deathvlei 2 Es war eine tolle Reise auf der wir unsere Ansprüche an die Qualität der Fotos zum Teil umsetzen konnten (es geht natürlich noch viel besser, noch können wir nicht zufrieden sein). Geprägt war diese Reise von vielen Überraschungen und Schwierigkeiten, die wir als 'gut abgestimmtes Team' meistern konnten, aber dazu später mehr.

Wie immer wurde die Reise von uns individuell zusammengestellt und wir haben alle Unterkünfte im Vorfeld gebucht (das Internet macht es möglich). So haben wir einen klaren, durchstrukturierten 'Fahrplan' für unsere Reise. Es ist Ende der Regenzeit und noch keine Hochsaison. Einige Reisende, die wir auf unserer Rundreise treffen, berichten, dass das Vorbuchen nicht notwendig ist. Für die staatlichen Camps in der Etoscha und in den abgelegenen Gebieten (z.B. im Kaokoveld - Norden) scheint das aber doch sinnvoll zu sein, da kurzfristige Alternativen nur schwer bis unmöglich zu beschaffen sind.

Die Anreise nach Windhoek - Mit Schwierigkeiten

Heute am 16.3 um 20:25 Uhr geht unser Flieger mit Air Namibia von Frankfurt direkt nach Windhoek >> dachten wir. Nach einer perfekten Anreise mit dem Auto nach Frankfurt, dem obligatorischen McDonald-Menue, sitzen wir frühzeitig in der Abflughalle und lesen passend zum Namibiaurlaub, das Buch 'Hummeldumm' von Tommy Jaud über eine Namibia Gruppenreise (köstlich, sehr zu empfehlen). Dieter wundert sich schon, warum auch 2 Std. vor Abflug noch kein Fugzeug am Gate steht.

Ankunft Windhoek Kurz vor 19 Uhr erklärt uns das Bodenpersonal, dass die Maschine einen Triebwerkschaden hat, wir 2 Tage später direkt fliegen können oder wir auf South African Airline (SAA) nach Johannesburg umgebucht werden. Wir entscheiden uns natürlich für das Umbuchen und eine Odyssee beginnt. Zunächst werden die Gepäcknummern aller 97 Passagiere handschriftlich aufgenommen, dann führt uns eine Dame des Bodenpersonals durch den Flughafen zu SAA. Leider kennt Sie sich auch nicht so gut aus (zunächst falsche Richtung, dann durch Passkontrolle, und vieles mehr ...). Wir erkämpfen uns, im Laufschritt durch den Flughafen, zwei Plätze auf der SAA Maschine und kommen mit Verspätung um 9 Uhr morgens in Joburg an. Die 'angedachte' Anschlussmaschine ist natürlich weg und der angekündigte Service 'Man empfängt sie am Gate und sagt ihnen wie es weitergeht' existiert natürlich nicht.

Eine Gruppe von 20 Air Namibia-Gestrandeten reisen in Südafrika ein, fahnden nach nicht vorhandenem Gepäck und suchen, mit Unterstützung eines Porters, den Flughafen von Johannesburg nach einem Air Namibia Büro ab. Denjenigen, die den Flughafen nicht kennen, sei gesagt: Der Flughafen ist nicht gerade klein, aber wir haben jeden Winkel gesehen.

Mit Unterstützung des Air Namibia Stationmanagers bekommen wir einen Weiterflug mit BA nach Windhoek und landen um 14 Uhr in Windhoek. Nun bleibt noch sich um das fehlende Gepäck zu kümmern. Beim Baggage-tracking (lost and found) bildete sich eine 'kleine' Schlange weil der Bearbeiter auf so einen Ansturm nicht eingestellt ist. Wir hinterlassen die Beschreibung unserer Gepäckstücke, unsere Adresse in der Etoscha und unterstützen noch einige ältere Mitreisenden (Leser-Reise) unserer 'Gestrandeten Gruppe', die kaum Englisch sprechen.
Bewundernswert, wie die älteren Herrschaften die Situation doch körperlich und psychisch ganz gut weggesteckt haben. Da ging es dem jungen Mädchen (Abituralter), die mit ihrem Vater reiste, etwas schlechter, sie war völlig aufgelöst und mit der Situation überfordert.

Für eine Weiterreise heute zum Etosha-Nationalpark ist es zu spät. Wir picken unseren 4 by 4 auf, lassen ein Hotel in Windhoek buchen und erholen uns von den Aufregungen. Wir versuchen das Beste draus zu machen (shit happens), haken den ersten Tag ab und freuen uns auf das Vorunsliegende.


Etosha Nationalpark

18.3.2010. Der Etosha National Park gehört als Höhepunkt zu jeder Namibia Reise. Er liegt im Norden, umfasst eine Fläche von ca. 22000 qkm und wurde 1907 von der Deutsch-Südwestafrikanischen Verwaltung zum Wildschutzgebiet erklärt. Im Zentrum liegt eine ausgedehnte Salzpfanne, die nahezu immer ausgetrocknet ist, umgeben von Gras- und Dornsavannen. Besonders im südöstlichen Teil des Parks liegen jedoch verstreut zahlreiche Wasserlöcher, Lebensgrundlage für den reichen Wildbestand in der Etosha.

Trans kalahari Highway Wir verlassen Windhoek und starten gen Norden auf dem Trans-Kalahari Highway, einer Teerstraße, die relativ gut ausgebaut ist. Mit ca. 130 Km/h fahren wir (10 mehr als erlaubt) sehen aber trotzdem 2 Radarfallen rechtzeitig. Auf den ersten 100 km halten wir mehrfach an, immer gibt es was zusehen: Kameldornbäume voller Früchte, eine Paviangruppe am Wasserloch, eine plattgefahrene Schlange über der ein Adler kreist. Dieter stellt fest, dass wir auf dem nächsten Stück nur noch anhalten, wenn wir einen Löwen sehen, um etwas schneller voran zu kommen. Über Otjiwarongo, Outjo geht es zur Etosha Pan, die letzten 150 km kommt uns nur ein Auto entgegen, wir sind also in Afrika angekommen.

Um 14 Uhr erreichen wir das Anderson Gate. Hier füllt man ein Permit aus, mit dem man sich an der Rezeption des jeweiligen Rastlagers melden muss. Der Park bietet für den "normalen" Touri drei staatliche Restcamps, Okaukuejo, Halali und Namutoni. Wir haben uns für Okaukuejo entschieden, da es inzwischen perfekt ausgebaut ist und das mit Abstand beste Wasserloch (beleuchtet) hat.
Nach den Renovierungen und Umbauten zur 100 Jahr Feier (im Jahr 2007) sind hier viele, wirklich sehr luxuriöse Bungalows am Wasserloch entstanden. Auch die anderen Bungalows auf dem Gelände wurden renoviert und neu eingerichtet, kein Vergleich mit 2000 als wir das erste Mal Namibia bereist haben. Unser Chalet (Bungalow Nr.9) liegt direkt am Wasserloch. Einfach ideal.

Erdmaennchen Gepard auf dem Weg Da wir ja kein Gepäck haben, sondern nur unsere 2 Rücksäcke und die SAA Notfall-Zahnbürste, geht das Beziehen des Bungalows schnell und wir starten schon um 16 Uhr zum ersten Gamedrive. Wir fahren in Richtung Leeubron, (hier wurden in den 60'er Jahren Beute für Löwen ausgelegt, sodass regelmäßig Löwenrudel an diesen Platz kamen) heute waren keine dar. Über Okondeka und Wolfsness geht es zurück. Riesige Herden von Zebras und Antilopen sind unterwegs, auch Erdhörnchen gibt es en masse, besonders nahe Wolfsness. Um Viertel vor Sieben kommen wir von unserer ersten Pirschfahrt zurück. Die Toröffnungszeiten stehen immer am Gate und orientieren sich an Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Die Straßen im Park sind nicht geteert, aber in gutem Zustand, sie können mit einem normalen PKW befahren werden. Nach dem Übertragen der Bilder auf den Laptop, gehen wir zum Dinner ins Restaurant. Das Buffet ist schon etwas eingeschränkt (Nebensaison), aber wir haben uns auch schon an den afrikanischen Essensrhythmus gewöhnt (morgens Frühstück, immer mit Ei - mittags nix oder ein paar Chips und abends kann man dann auch nicht soviel essen).

Allgemein zum afrikanischen Essen: Ein Land für Feinschmecker ist Namibia nicht, was kann man erwarten wenn es 98% der Menschen in erste Linie darum geht satt zu werden. In den Camps gibt es meistens gegrilltes Wild. Antilopen jeder Art sind sehr lecker (Elan, Kudu, Springbock) und unserem Rindfleisch ähnlich. Zebra ist meist zäh und hat uns nicht so gut geschmeckt.


Freitag 19.3.2010 Es war tierisch heiß heute Nacht. Mal sehen wie es in der Namib sein wird, vor zwei Jahren haben wird so gefroren, das wir mit heißem Wasser gefüllte Cola-Flaschen mit ins Bett genommen haben, so genannte 'Cola-Wärmflaschen'. Nachts kühlt es hier nicht unter 25 Grad ab, obwohl es ein mächtiges Gewitter mit starken Regenfällen gegeben hat. Waran mit Schnecke
Viel Kleidung, bei tagsüber 35 Grad, brauchen wir nicht - haben wir aber auch nicht.
Nach dem Frühstück um 7 Uhr und einem Aufstieg auf den Wasserturm geht's los, diesmal nach Osten in Richtung Camp Halali. Neben Oryx Antilopen, Zebras und zwei Hyänen taucht auf der Straße ein Waran auf der Schnecken jagt. Fast so gut wie ein Löwe.

11:00 fahren wir ins Camp zurück, heute Vormittag soll unser Gepäck kommen.

Kaum zu glauben, aber das Gepäck ist da!
Brauchen wir das jetzt noch?

Nach einem kleinen Sandwich am Pool fahren wir entspannt zum Haare waschen, duschen und rasieren in Chalet.

Conny erlebt zum ersten Mal nach 34 Jahren ihren Mann mit cooooolem '4 Tage Bart' und hofft inständig, dass der nicht auf die Idee kommt zukünfig nur mit dem Rucksack zu reisen, weil das ja völlig ausreichend ist.
Nach der Reinigung und Erfrischung geht es wieder los und wir können Raubvögel, riesige Zebraherden und einen stolzen Sekretärvogel fotografieren. Es müssen nicht immer die spektakulären Dinge sein. Abends geht es mit gekühlten Getränken vor den afrikanischen Fernseher - ans Wasserloch. Heute Abend kommt ein einsames Nashorn zum Trinken und natürlich Herden von Antilopen.
Nachts hören wir die Löwen brüllen - morgen werden wir sie suchen. Sekretaervogel

Samstag 20.3.2010, 6:00 Uhr stehen wir auf und packen, damit es nach dem Frühstück gleich losgehen kann. Ohne Gepäck geht es schneller, eigentlich brauchen wir gar nicht so viel, sogar das Fotoequipment hätte noch 1-2 Tage ohne laden und abspeichern durchgehalten.
Was lernen wir? Wahrscheinlich nichts und nehmen das nächste Mal wieder viel zu viel mit.

Nach dem Frühstück geht es zu unserer letzten Tour durch den Nationalpark in den Norden. Nach einer halben Stunde kreuzt doch tatsächlich eine Löwin die Straße. Wieder bestätigt sich: man muss eben zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Schon nach einiger Zeit ist sie wieder in den Weiten der Buschsavanne verschwunden. In einer riesigen Zebraherde entdecken wir heute Morgen noch ein Nashorn.



Wenn die Fotos was geworden sind, müssten wir jetzt schon bei 5 brauchbaren Ergebnissen sein.

Kaokoveld im Norden (Besuch der Himbas)

Wir verlassen die Etosha und steuern über Outjo und Katmanjab unser heutiges Ziel die Palmwag Lodge an. Im Norden wollen wir die Himbas aufsuchen, ein Nomadenvolk, bei dem sich die Frauen zur Hautpflege typischerweise mit einem Gemisch aus Butterfett und roter Erde einreiben.
Bis Katmanjab kommen wir sehr schnell voran. Wie bei uns auf den Straßen Igel und Katzen liegen, werden hier Schildkröten und Schakale überfahren. Unser Konto blieb bei Null, da Touristen auch für Schildkröten bremsen. In Katmanjab tanken wir noch mal (man weiß ja nie), und wir werden gleich von 5-10 Schwarzen umlagert, irgendwie unheimlich, da wir es nicht einschätzen können, ob die wirklich sooooo freundlich sind wie sie vorgeben. Also: Auto verriegeln, schnell tanken und die 'Flucht' ergreifen.

Ab jetzt gibt es nur noch Schotterpiste und auch keine Beschilderung mehr. In den nächsten Stunden kommen uns nur 3 Autos entgegen. Überholt werden wir praktisch nie (woran liegt das eigentlich?). Am Straßenrand 'campen' bzw. leben einige Einheimische. Das Gras wird niedergebrannt, über den Zäunen hängen Stoffe und Kleidung. Ihre Behausungen sind nicht Lehmhütten oder Holz/Wellblechkonstuktionen wie wir sie früher angetroffen haben, nein auch hier hat die Moderne Einzug gehalten und Iglu-Zelte mit Fieberglasgestänge sind der neue Standard.

Baobab von unten Weiter geht es einsam und allein über den Grootbergpass. Wir versuchen diese wilde Landschaft auf das Zelluloid (nein auf den Chip) zu bannen, aber zweidimensional kann man diese Landschaft kaum wiedergeben. Dieter geht auf botanische Exkursion um eine Fotoidee 'Baobab von Unten' umzusetzen. Um 14:00 Uhr und bei gefühlten 50 Grad ist endlich der richtige Baum gefunden.

Kurz vor Palmwag gibt es noch eine Veterinary Schranke, hier müssen wir uns in Listen eintragen (Was machen die bloß mit dem ganzen Listen) und entrichten unsere 'Sozialabgabe' 100 N$ für 2 Makalaninüsse mit unserem Namen. Um 15 Uhr erreichen wir Palmwag. Die Lodge war lange Zeit der letzte Außenposten in Richtung Norden, heute ist das nicht mehr ganz so, Namibia expandiert in alle Richtungen. Das Luxury Tent liegt 5 Min. Fußweg ausserhalb der Lodge. Conny findet es schon etwas 'grenzwertig', gemessen am Preis ist das sicher berechtigt. Das Zelt ist auf einer Holzkonstruktion aufgebaut und der Sanitärbereich befindet sich praktisch draußen. Dieter bekommt darin immer ein Livingston-Feeling, deswegen wird dieser Raum auch nach dem großen britischen Entdecker der Viktoriafälle 'Livingston-Raum' getauft.

Da die Reißverschlüsse zum 'Livingston Room' leider aufgerissen sind und sich nicht mehr schließen lassen, befinden wir uns praktisch in der Natur, langsam wird uns klar warum wir unterschreiben mussten, dass wir Palmwag nicht verklagen, wenn der Leopard vorbeikommt. Das Essen hier ist jedenfalls erste Klasse. Die Security-Begleitung nach dem Abendessen schenken wir uns, ein Stativ muss als Waffe ausreichen.

21.3.2010 Wir werden um 7 Uhr wach, trödeln noch etwas rum und machen uns nach dem Frühstück auf dem Weg weiter nach Norden. Das Kaokoveld ist die Heimat der Himbas, einem halbnomadisches Hirtenvolk, das bislang in der Abgeschiedenheit des Nordwestens Namibias seine ethnische Eigenart und Kultur bewahren konnte. Besonderes Kennzeichen der Himbas ist die Hautpflege der Frauen, die sich mit Butterfett, das zuvor mit roter Erde vermischt wird, am ganzen Körper einreiben, auch die Haare werden besonders behandelt. Gefahr für ein weiteres Untergehen ihrer Kultur droht vor allem durch stärker werdenden Tourismus (also durch uns - trotzdem sind wir egoistisch und wollen unbedingt einen Besuch bei ihnen machen). In Purros (200 Km von Palmwag) soll es ein festes Dorf geben, wo man die Himbas das ganze Jahr über antreffen kann. Dieters Ziel ist es ein paar 'schöne Aufnahmen' von diesen Ladies zu machen.

Die C43 nach Sesfontein ist wie Achterbahn fahren, Hügel rauf, Hügel hinab. Die Landschaft ist atemberaubend, weite Flächen wechseln sich schnell mit Bergen ab, mal als Kugel-, mal als Tafelberg. Die Fahrt entwickelt sich unerwartet zum perfekten Gamedrive. Wir sehen Strauße, Giraffen (mehr als 20) und Bergzebras. Bergzebras sind deutlich kleiner als ihre Steppenartgenossen und auch scheuer, sie sind offensichtlich nicht so an Autos und Menschen gewöhnt. Bis Mittag schaffen wir es nur bis zum alten deutschen Fort Sesfontein, wir müssten aber noch ein gehöriges Stück weiter, auf deutlich schlechter werdenden Strassen nach Purros.

Tourguide Ab hier und für den Bereich bis zur Grenze nach Angola gibt der Reiseführer sehr klare Hinweise: Nur mit 2 oder mehr Geländewagen in der Gruppe, Satellitentelefon, GPS Navigierung, 2-3 Ersatzreifen, Werkzeug für Selbsthilfe ....

Irgendwie sind wir auch schizophren für eine organisierte Leserreise, fühlen wir uns zu jung und Camping mit lokal guides und hard core off road Fahrten trauen wir uns dann doch nicht.

Also kommen wir übereinstimmend zum Schluss doch hier besser umzudrehen und zurück zu unserem Luxury Tent zu fahren. Wir relaxen am Nachmittag und genießen den Abend.
Palmwag In Palmwag kommen immer wieder größere Gruppen an. Heute Abend sitzen 18 Amerikaner (das nehmen wir wegen des hohen Leibesumfangs an) am Nebentisch. Ebenso sind drei superschlaue Deutsche hier, die praktisch zu jedem Thema was Geniales wissen. Heute lassen sie sich einzeln mit dem einheimischen Griller ablichten mit dem Kommentar 'Two Chefs'. Die Peinlichkeit kennt keine Grenzen.
Abends buchen wir eine geführte Himba-Tour für morgen. Eigentlich wollten wir ja die 200 Euro sparen, aber jetzt wollen wir jetzt auch nicht kurz vor dem Ziel aufgeben.


22.3.2010 6:30 Frühstück, 7:00 Uhr Start Himbatour. Unser Führer/Fahrer heißt Everest und entspricht nicht Connys Erwartungen von einem jungen, großen, schwarzen, gut aussehender Führer. Everest ist eher klein und unscheinbar. Er lädt 10 kg Maismehl und einige andere Grundnahrungsmittel ein, als Gastgeschenk für unseren Dorfbesuch.
Wir fahren praktisch die gleiche Strecke wie gestern. Everst macht noch einen Abstecher zu einer Quelle, wo häufiger Löwen anzutreffen sind, heute leider nicht. Er erklärt uns, dass der kleine Baobab-Baum den Dieter von unten fotografiert hat, eigentlich bottle tree heißt. Außerdem hat er ein Herz für seine Mitbürger, wir nehmen doch einige Anhalter mit, Platz im Auto ist ja ausreichend.

Wenn wir selber fahren, nehmen wir grundsätzlich keine Anhalter mit, da wir nicht abschätzen können, was das für unsere Sicherheit bedeutet. Ein schlechtes Gewissen hat man dann doch wenn man Leute in der Pampa und der Hitze einfach stehen lässt.

An der Kreuzung Sesfortein / Opuwo biegen wir heute nach Opuwo (Distrikthauptstadt) ab und schon nach wenigen Metern liegen die Himbadörfer auf der rechten Seite. Everest fährt nun zunächst in ein nahe gelegenes Hererodorf um einen lokal guide aufzupicken, der 'Himba' spricht. Ein junges Mädchen (unsere Übersetzerin) steigt zu uns in den Wagen und wir fahren zurück zu den Himbas. Sie geht zuerst allein ins Dorf und fragt um Erlaubnis - Wir sind willkommen. In diesem Dorf lebt ein Mann (Mainhead) mit vielen Frauen. Meist, wie auch heute, ist der Mann nicht da und die Frauen leben hier mit ihren Kindern als Groß-Community. Heute ist ein besonderer Tag, die Community hat die Erlaubnis vom "head" ein Tier zu schlachten und das frisch geschlachtete caddle hängt an einem Baum mitten in der Siedlung.
Wir werden herzlich begrüßt und man versucht Dieter (dem 'Wahnsinns-Sprachtalent') Himba-Begrüßungsworte beizubringen. Bei der Begrüßung fasst man sich an ähnlich wie bei uns, so werden wir langsam rot eingefärbt.

Himbafrau 2 Himba Portraert Die Himba-Damen sind sehr natürlich und haben mit ihrer Nacktheit uns gegenüber kein Problem. Sie lassen sich offensichtlich gern fotografieren. Nach jeweils 2 bis 3 Fotos möchte das Model erst mal einen Blick auf den Monitor werfen und bricht dann in Gekicher aus, wenn sie sich erkennt. Eins der Mädchen, das mit ihrer Mutter zusammen in einer Himba-Hütte lebt, hat sicher gemerkt hat, dass Dieter sie besonders attraktiv findet und versucht im Penthouse-Stile zu posieren.

Conny bekommt sogar Früchte angeboten. Sie sehen aus wie gelbe Johannisbeeren und liegen in einem Korb mit vielen lebenden unidentifizierten Insekten. Trotz des Wissens über die Unhöflichkeit und der vorhandenen Antibiotika kann sich Conny nicht überwinden sie zu probieren. Die Himbas präsentieren noch ihre Schmuck- und Bastelarbeiten und wir beruhigen unser Gewissen mit dem Kauf einer Kalebasse und einer Kette. Gegen 12 Uhr verlassen wir das Dorf. Die 'Bezahlung' Maismehl wird am Wagen ausgeladen und es entsteht eine Diskussion zwischen Everest (über die Dolmetscherin) mit zwei Himbafrauen. Wir haben den Eindruck, dass die Himbas unzufrieden sind über die Gastgeschenke, aber Everest erklärt uns es ginge darum, dass Palmwag mehr Touris in das Dorf bringen sollte (der letzte Besuch hätte doch schon 2 Wochen zurückgelegen).

Am Ende des Rückwegs bietet Everest uns noch einen Gamedrive auf der concession area von Palmwag an. Wir dachten mehr an eine Farmrundfahrt, aber Everest ist wild entschlossen uns Löwen ... zu zeigen. Er fährt mit uns durch Flußbetten und über Hänge, die wir uns alleine nie getraut hätten. Wir staunen was so ein Landrover aushält, wenn wir das mit dem Budget Auto gemacht hätten, wären wir wahrscheinlich jetzt auf einer schwarzen Liste und könnten nie wieder ein Auto leihen. Everest gibt alles, es sieht so, aus als ob er es als persönliche Beleidigung empfindet wenn er keine Löwen findet. Heute sind seine wirklich großen Bemühungen nicht mit Erfolgt gekrönt.



Küstenstreifen, Robbenkolonie und Swakopmund

23.3.2010 wir stehen gemütlich auf, nutzen das letzte Mal den Livingston Room und verlassen Palmwag. Heute geht es über Khorixas, Uis und Hentiesbaai nach Cape Cross. Kurz vor Khorixas sind am Straßenrand ganze Felder von Welwitschiapflanzen. Rechts von der Straße stehen weibliche Pflanzen mit Kiefernzapfen ähnlichen Blütenständen, links fein säuberlich getrennt die männlichen mit rispenartigen Blüten.

Welwitschia Die 'Welwitschia mirabilis' wächst im südlichen Afrika. Aufgrund ihres häufigen Vorkommens ist die Welwitschia unter anderem im Wappen Namibias und im Wappen der Stadt Swakopmund abgebildet. Obwohl die Pflanze mehrere hundert Jahre alt wird, besitzt sie nur ein einziges Blattpaar.
Der österreichische Botaniker Friedrich Welwitsch entdeckte diese Pflanze, die nach ihm benannt wurde, im Jahre 1859 in Angola. Er schickte ein Exemplar an den 'Royal Botanic Garden' in England. Der Leiter des Parks, kommentierte die Pflanze nach dem Erhalt mit: "It is out of the question the most wonderful plant ever brought to this country, and one of the ugliest." (Dies ist ohne Frage die wunderbarste Pflanze, die je in dieses Land gebracht wurde, und eine der hässlichsten.) Das Besondere: Untersuchte Pflanzen haben nachweislich ein Alter von 500 Jahren ergeben, größte Exemplare werden auf eine Alter von bis zu 2000 Jahren geschätzt.


In Khorixas erledigen wir die notwendigen Dinge: 'Tanken, Geldwechseln und Einkaufen'. Immer wieder werden wir von Schwarzen umringt, die betteln oder etwas verkaufen wollen. Geld ziehen an einem ATM (in der Bank ist eine Schlange von 20 Leuten, hier dauert es sicher 3 Stunden) ist nur unter Aufsicht/Schutz eines Polizisten sicher. In den Städten bleibt ein ungutes Gefühl der Unsicherheit und wir 'flüchten', froh wieder auf den einsamen Straßen unterwegs zu sein (werden wir alt oder hat sich in Namibia wirklich was verändert?). Gegen 15 Uhr erreichen wir Cape Cross ca. 110 km nördlich von Swakopmund. Es wird auch Kreuzkap genannt. Cape Cross verdankt seinen Namen dem im Jahre 1486 von dem Portugiesen Diego Cáo aufgestellten Steinkreuz, das er zu Ehren König Johannes I von Portugal errichtete. Das Aufstellen der Kreuze hat verschieden Gründe a.) als Symbol für das Christentum, b.) zur Dokumentation der Landergreifung und c.) als Hilfestellung zur Orientierung der Schifffahrt.

Pelzrobben 1 Pelzrobben 2 Die Hauptattraktion - und deshalb sind wir hierher gekommen - ist eine riesige Kolonie von Pelzrobben, die auch als Seelöwen oder Ohrenrobben bezeichnet werden.

Bei Cape Cross leben zwischen 80.000 und 100.000 Robben. Zurückzuführen ist das auf den großen Fischreichtum im Benguela Strom, der sich entlang der namibischen Küste zieht. Insgesamt soll es in Namibia bis zu 1 Mio. Tiere geben, die sich auf 23 Kolonien aufteilen. Die unbegreifliche Menge an Tieren bei Cape Cross führt zu einer beeindruckenden Geräuschkulisse, es hört sich an wie eine riesige Herde blökender Schafe. Außerdem führt die Menge an Tieren zu einer nicht unerheblichen 'Duftentwicklung', meint, es stinkt gewaltig. Nach einiger Zeit hat man sich dran gewöhnt.

Auch hier haben die Namibier erkannt, dass man hier Geschäft machen kann. Das Gebiet ist als Nationalpark gekennzeichnet und man benötigt ein Permit, um einfahren zu dürfen (90 N$ ca. 9 Euro für 2 Personen und 1 Auto eigentlich bescheiden, bei uns wäre das teuer), vor 10 Jahren gab es das noch nicht. Es wurde ein Stegsystem angelegt (aus recyceltem Plastik) von dem aus man die Robben gut beobachten und fotografieren kann. Nachdem wir uns an den Tieren satt gesehen haben (200 Fotos weiter) checken wir in die Cape Cross Lodge ein. Wir bekommen ein Zimmer mit Meerblick. Die ganze Anlage ist sehr gepflegt und exklusiv, überall sind nette Dekorationen ausgelegt (hier muss es eine Hotelmanagerin geben). Der Service ist perfekt. Wir sind aus der Wildnis in einem Strandhotel der gehoben Klasse gelandet. Das Abendessen passt zum Hotel, ausnahmsweise gibt es mal nicht Cola/Bier sondern stilvoll südafrikanischen Wein 'Nederburg Sauvignon Blanc'. Wir haben Zimmer Nr. 1 und es sieht so aus als wären wir die einzigen Gäste. Diese rel. neue tolle Anlage muss sich wohl noch etablieren.


Mittwoch der 24.3.2010
Hier an der Küste ist es locker 15 Grad kälter, trotzdem zeigt das Thermometer noch 22 Grad, es ist bedeckt.

swakop-1 swakop-2 Heute ist unser Flug über die Namib, er startet in Swakopmund. Wir haben dieses Highlight erst später 'reingeschoben' da wir eine etwas längere Überlegungszeit (wegen des Preises) brauchten. Deshalb ist unsere Lokation nicht optimal gewählt und wir müssen die 110 km heute morgen nach Swakop runter und heute Abend wieder zurück.
Zunächst statten wir noch mal den Robben einen Besuch ab und fahren dann in die so stark von der deutschen Kolonialzeit geprägte Küstenstadt. Ja, es ist wirklich eine Stadt geworden und hat sich in den 10 Jahren, in denen wir nicht mehr hier waren, stark verändert. Schnell finden wir Andy und die 'bush-birds', unsere Wüstenflieger. Nachdem alles abgesprochen ist, haben wir noch 2 Stunden Zeit, wir bummeln durch die Stadt und fahren dann zum kleinen Flugplatz etwas außerhalb der Stadt.

cessna Fritz, unser Pilot, erwartet uns. Gut, dass wir mit ihm allein fliegen, sonst wäre es sehr beengt geworden und wir hätten wenig gesehen. Gebucht ist ein so genannter Fotoflug, d.h. das Fenster auf der Copilotenseite bleibt offen, um reflextionsfrei fotografieren zu können. Das Fenster wird mit Draht an der Tragfläche befestigt und es sieht nicht so aus als ob die das jeden Tag machen. Wir sind schon etwas gespannt und aufgeregt und vor allem warm angezogen, denn es soll etwas windiger und lauter im Flugzeug werden. Fritz warnt uns noch den Objektivwechsel nur im Fußraum zu machen, da der Sog doch erheblich werden würde. Wir starten um 16 Uhr, Fluggeschwindigkeit ca. 300 km/h.

Nach 10 Min. passiert das Unvorstellbare: Durch das Zerren und Ruckeln des Windes am Fotoapparat muss Dieter an die Arretierung des Objektives gekommen sein, das Objektiv löst sich und ist nun für immer im Wüstensand der Namib verschwunden. Conny sieht noch einen schwarzen Punkt an sich vorbeifliegen. Wir sind völlig perplex und geschockt.

Die Kamera ist noch in Ordnung und wir haben ja noch alternative Objektive dabei. Nach einger Zeit können wir dann doch wieder diesen extrem teuren Flug (jetzt kommt ja noch ein Objektiv mit Polfilter dazu) genießen - Shit happens, man muss zu seinen Fehlern auch stehen und diese dann auch abhaken.

Laufaufnahme-Namib-2 Zunächst fliegen wir zum Kusieb-Canyon und dann ins Dünenmeer. Über Düne 45 macht Fritz noch mal eine Extrarunde. Er fliegt so wie wir es wollen, höher, tiefer, dichter ran .... super. Über das Death- und Sossuosvlei geht es weiter zu einem verlassenen Diamantencamp und zur Küste.
Die verschiedenen Dünenformen/Arten kann man sehr schön erkennen. Auch wird wieder mal klar wie wichtig die Sonnen/Lichteinstrahlung ist. Von der einen Seite sieht die Düne fantastisch aus, von der anderen Seite eher flach wie ein leicht orangener Sandkasten.

Laufaufnahme-Namib-3 An der Küstenlinie liegt das gestrandete Wrack Eduard Bohlen (inzwischen 200 Meter in der Wüste), es ist eher unscheinbar. Atemberaubend ist der Kontrast Wüste - Ozean. Die Sanddünen enden praktisch direkt im Meer. Am Ende fliegen wir noch über die Wassergewinnungsanlagen von Walvis Bay und sehen im Vogelschutzgebiet riesige Flamingo-Kolonien. Von oben sind die Flamingos natürlich nur kleine Punkte.
Nach 2 Stunden 15 Min. landen wir wieder in Swakop - leicht schwerhörig und ordentlich durchgeschüttet. Gut, dass uns beim Fliegen nie schlecht wird, diese extremen Kurven sind sicher nichts für empfindliche Mägen.

Wir machen uns auf den Rückweg nach Cape Cross. Zunächst geht es zügig voran, aber als es dunkel wird müssen wir unsere Geschwindigkeit auf max. 60 km/h reduzieren. Man sieht wenig da es keine Fahrbahnbegrenzung , Mittelstreifen ... gibt. Außerdem soll es nachts mit der sich bildenden Feuchtigkeit auf dieser Straße, die aus Salz besteht, rutschig werden.
Um 20 Uhr sind wir zurück in der Lodge, das gute Abendessen und 3 große Bier trösten über den Objektivverlust hinweg.
Die Fotos sind toll geworden (finden wir zumindest) - hat sich also gelohnt.



Namibwüste, Abschluss

Heute geht es über Swakopmund, diesmal auf dem Landweg, in die Wüste Namib. In Swakop tanken wir. Der Tankwart, ein Schwarzer heißt Klaus (in Palmwag hieß eine Bedienung Lieschen, vielleicht auch Müller?), er fachsimpelt mit Dieter über die WM. Er drückt seinen Favoriten Elfenbeinküste und Ghana die Daumen, von Südafrika hält er nichts, vermutlich Nachwirkungen des südafrikanischen Protektorats (Namibia ist erst seit 1990 Jahr unabhängig von Südafrika). Sternenhimmel-Namibia Fast ohne Stopp und einem Hörbuch geht es über die C14 in die Wüste. Um halb 2 erreichen wir Solitair, die wohl bekannteste Tankstelle Namibias, kennt jeder Reisende hier (hier hat wahrscheinlich auch Hummeldumm schon mal getankt).

Die Namib-Naukluft Lodge hat ordentliche Zimmer. Das Essen ist jedenfalls für unseren Geschmack absolut am unteren Ende der Qualitätsskala angesiedelt, knapp vor ungenießbar.
Abends wird mit dem Sternenhimmel experimentiert. Wenig Fremdlicht lässt die Sterne besonders klar erstrahlen. Viele Lodges haben für interessierte Besucher Teleskope zur Himmelsbeobachtung aufgestellt. Bei Belichtungszeiten von bis zu 30 Min. zeigen sich die typischen kreisförmigen Lichtstreifen.

Sossusvlei-lodge 26.3.2010 Heute haben wir nur 60 km bis zur Sossusvleilodge. Sie ist enorm vergrößert worden, statt der 10 Zelt-Hütten gibt es jetzt bestimmt 50. Die Lodge ist sehr harmonisch in die Gegend eingepasst und in einem Topzustand. Unser 'Zimmer 136' liegt ganz außen, super. Nun geht es in die Wüste, das Gate ist praktisch nebenan (keinen Kilometer von der Lodge). Hier ist ein riesiges Gebäude mit Restaurant, Kiosk und NP-Verwaltung in den letzten 2 Jahren entstanden.

Wir machen die 'Standardrundfahrt: Düne 45, Sossusvlei und Deathvlei. Seit 2005 fährt man auf einer neuen Teerstraße ins Sossusvlei. Auf dem Weg ins Vlei passiert man die Düne 45 (die heißt so, weil sie nach 45 km kommt oder die 45'te registrierte Düne ist- da gibt es unterschiedliche Versionen). Fotostopp ist hier ein Muss.

Nach insgesamt 60 Kilometern erreichen wir dann einen großen Parkplatz, hier ist für alle Autos ohne Allrad definitiv Schluss. Man kann aber einen kostenpflichtigen Shuttleservice benutzen oder man wandert die letzten 5 Kilometer zum Sossusvlei.

Oryx-Duene Für uns und alle die, die mit einem Allrad-Fahrzeug unterwegs sind und etwas Fahrerfahrung haben, ist die Tiefsandstrecke normalerweise kein großes Problem,obwohl die Strecke zum Teil sehr ausgefahren ist und teilweise unübersichtlich viele Fahrspuren nebeneinander liegen.
Hier heißt es dann mit viel Gefühl und der richtigen Geschwindigkeit eine gute Fahrspur zu finden und durchzukommen. Im Tiefsand stehen bleiben sollte man natürlich nicht.

Dieter hat wie immer besonders viel Spaß an dieser Strecke, am liebsten würde er mehrfach hin und her fahren. Für richtige Off-Roadfahrer ist die Strecke sicher langweilig, für norddeutsche Autobahnnutzer schon sehr spannend.

Auf dem Rückweg, nach vielen abgelichteten Dünen, endlich eine Oryx Antilope, leider noch weit weg. Aber danach kommen noch 20 weitere und endlich das ersehnte Foto 'Oryx vor Düne'.

Kurz vor 19 Uhr verlassen wir den Namib Naukluft Park und genießen den Sonnenuntergang vor unserem Zelt. Das Abendessen ist fantastisch, es wird ein Grillbuffet angeboten und es stehen alle möglichen Fleischsorten zur Verfügung (Kudu, Oryx, Eland, Springbock, Zebra, Impala, Lamm......) und für 'Andys' (die, die nichts fremdartiges essen), gibt es Schwein, Chicken und Rind. Wir können gar nicht soviel essen wie wir eigentlich möchten, unser Körper hat sich schon auf weniger Essen eingestellt.


Deathvlei Conny 27.3.2010 Wecker brauchen wir schon lange nicht mehr, um 6 Uhr stehen wir auf. Schnelles Frühstück und dann zum Gate (7 Uhr wird geöffnet), drei sind schon vor uns, es geht aber schnell. Morgens ist das Licht am Besten, deshalb haben wir es etwas eilig. Nach einer ausgiebigen Tour durch die Vleis gönnen wir uns ausnahmsweise mal ein Mittagessen und eine kleine Pause in der Lodge. Um 16 fahren wir zu unserer vorerst letzten Tour in die Wüste. An Düne 45 tobt ein kleiner Sandsturm. Heute Nachmittag sind wir ganz allein hier, Hummeldumm ist wohl schon abgereist. Wieder sehen wir viele Antilopen und Schakale. Es ist wirklich fantastisch, wie die Tiere sich den Lebensbedingungen hier angepasst haben.

Heute ist Sonntag der 28.3.2010 und langsam neigt sich unsere Tour dem Ende zu. In der Sossusvlei Lodge gibt es zur Abwechslung mal keine Probleme mit der Kreditkarte, sondern einen kompletten Computer Crash. Mit einer halben Stunde Verzögerung geht es los. Wir wollen in die Nähe von Windhoek und die Naankuse Lodge für unseren letzten Tag nutzen.

Eigentlich wollen wir über die C24 fahren, wieder (wie schon beim letzten Mal) verpassen wir den Abzweig, deshalb nehmen wir den Spreeghoogtse Pass (über 20% Steigung). Unser Nissan kämpft sich aber tapfer den Berg hoch, wenn auch manchmal nur im ersten Gang. Wir erreichen gegen Mittag die Lodge und stellen fest: 'Edel geht hier die Welt zu Grunde'.

Die Hütte (unser Appartment) hat eine versenkte Badewanne und Conny fragt sich, wo sie das Abendkleid fürs Dinner herbekommt. Weitere Gäste scheinen hier Geschäftsleute und Yuppies (reiche Erben zwischen 20 und 30) aus Windhoek zu sein.

Dieter Diese Lodge ist auch so etwas wie eine Mischung aus Aufzuchtstation, Krankenhaus und Forschungseinrichtung für Großkatzen, insbesondere für Geparden.

Um 15 Uhr startet eine 'Carnivore feeding tour'. Besonderes Highlight sind die Karacals, kleine Katzen die man in der freien Wildbahn praktisch nicht antrifft. Wir gehen in das 'Gehege' rein und die Tiere lassen sich streicheln und anfassen (fast wie Hauskatzen) - Conny ist total begeistert. Neben Löwen, Geparden und Leoparden werden hier noch Wild Dogs gehalten, die wir alle auf der 'Fütterungstour' besuchen.

19 Uhr Dinner, das Kleid wird nicht benötigt, die Yuppies sind alle weg und wir essen allein. Morgen geht es zurück.

Sonnenuntergang-Namib Montag 23.3.2010 Heute Abend geht unser Flieger direkt nach Frankfurt (diesmal ohne nennenswerte Probleme). Wie immer war es eine tolle Reise. Nach Namibia werden wir aber wahrscheinlich erst mit einer HAZ-Leserreise zurückkommen, so ca. in 20 Jahren.

Fazit

  • Namibia hat sich in den letzten Jahren stark verändert, es wird ein Reiseland deutscher Rentner, die auf Leserreise gehen. Es kommen nicht mehr nur die verrückten Individualtouristen.

  • Wir wollen keine Reisebusse und kein "Hummeldumm", aber zu abgelegen und abenteuerlich darf es für uns auch nicht sein. Zelten auf dem Autodach wird z.Z. gemeinsam ausgeschlossen, das überlassen wir den Jüngeren.

  • Gästefarm-Unterkünfte sind 'informativer' als Lodges, speziell der abendliche Austausch mit den anderen 'Experten', hat uns etwas gefehlt.

  • An Afrika haben wir nicht den europäischen Anspruch an Perfektion, aber etwas mehr Mühe könnten sie sich schon geben. Insbesondere wenn Schwarz-Afrikaner beteiligt sind (auch wenn wir dann als Rassisten gelten) klappt es häufig nicht. Aus unserer Sicht zwei Ursachen:
    a.) Motivation
    Die Mehrheit der Schwarzafrikaner ist schnell zufrieden zu stellen, sie streben nicht nach einem Optimum (Sprichwort: Afrikaner arbeiten für einen vollen Magen, mehr nicht)
    b.) Ausbildung
    Beim Tankwart ist man nicht sicher ob der Diesel von unleaded unterscheiden kann. Ein Koch, der zwei Spiegeleier sunny side up hinkriegt, ist der Schubeck von Namibia. So wird das auf Dauer nicht funktionieren.

  • Es war der Urlaub der Überraschungen und Störungen. Trotzdem wurden all die Schwierigkeiten nie zu einem wirklichen Problem und wir konnten es trotzdem genießen. Erholung ist mindestens für Dieter wenn er nicht an IBM und den Alltag denkt. Dazu war überhaupt keine Zeit.

  • Wir brauchen ein neues Objektiv oder vielleicht zwei?