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Kenia Masai Mara Safari, Afrika Juli/Aug 2006

Tsavo Elefanten

Wie sind wir eigentlich auf Kenia gekommen? Verschiedene Aspekte / Argumente sind da zusammengekommen:

  • Das Ziel sollte so attraktiv sein, dass unser große Sohn auch ‚noch’ mitkommt.
  • Botswana war teuer, zu teuer für ‚Vier’ und etwas muss sich ja ein Ehepaar auch für die Zeit nach den Kindern aufsparen.
  • Auf den letzten Reisen im südliche Afrika haben wir immer wieder gehört ‚Wer an afrikanischer Landschaft und der Tierwelt interessiert ist, für den ist Kenia ein MUSS! Gegenüber Krüger oder Etosha ist Kenia noch ein Quantensprung’. Schauen wir mal, wie es wird.
  • Die optimale Zeit sind unsere deutschen Sommerferien, Klima angenehm und im Juli Gnuwanderungen von der Serengeti in die Masai Mara.
  • Afrika passt für uns ja sowieso immer.

Sonnenuntergang Tsavo East

Masai Führer mit Lionhead

Ursprünglich wollten wir auf eigene Faust fahren, aber die per Internet zu buchenden Unterkünfte sind rar und teuer, Automieten standardmäßig nur mit Fahrer (ohne Fahrer mit hohen Versicherungen und für die wenigen Verrückten). Nachdem wir erste Angebote von Iwanowski für Kenia / Tansania bekamen und uns das zu teuer war, gab man uns den Hinweis:
Dann müssen Sie eben eine Pauschalreise buchen.
Genau das haben wir dann auch getan in unserem Lieblingsreisebüro in Hildesheim

ATLASREISEN Hildesheim, Friesenstrasse 5, bei Frau Bülow.

Der tour Rundreise von / bis Mombasa anschließend Badeurlaub Indischer Ozean, südlich von Mombasa.

Wir sind sehr gespannt, wie das mit unserem Fahrer / Guide klappt. Wir haben einen kleinen Aufschlag gezahlt, sodass es als private Tour läuft und wir mit dem Fahrer allein im Mini-Bus sind. Auf dieser Reise nutzen wir zum ersten Mal Digitaltechnik für die Fotos. Sicherheitshalber ist aber auch die analoge Ausrüstung dabei. Wie immer erstellen wir auch auf dieser Reise einen Reisebericht, zusätzlich haben wir die Möglichkeit in im Netz zu veröffentlichen.
In Deutschland (ganz Europa) ist eine ziemliche Hitzewelle seit Tagen und Wochen (Temperaturen bis nahe 40 Grad Celsius). Ist schon komisch wenn man nach Afrika fährt und es dort wahrscheinlich etwas kühler ist. Heute haben wir noch mal gegrillt, (Steaks und Würstchen). Einmal noch richtig essen, weil es, wie Andy mehrfach unterstreicht, ja ab Montag nur noch gegrillte ‚Kudu-Kacke’ gibt. Erstaunlich ist, dass wir für 3 Wochen Urlaub mit Rundreise und umfangreichen technischem Gerät, sehr wenig Gepäck haben (2 Koffer für den Hotelteil, 2 Taschen für die Safari, alles nicht richtig voll gepackt). Ich denke, auf der Rückreise werden wir die zusätzlichen Kapazitäten brauchen und ich könnte wetten, dass wir diesmal eine große Giraffe kaufen. Nach knapp 7000 Km und fast 9 Stunden, kommen wir um ca. 7 Uhr morgens in Mombasa an.



Der Tag 1 in Afrika, Ankunft in Mombasa 23 Juli 2006 und Fahrt in Tsavo East Nationalpark

Safari Schild

Einreise mit Visum (absolut kein Problem). Ein Mitreisender nach Tansania, Aufenthalt in Kenia ein Tag brauchte auch ein Kenia-Visum (50 US $), der war nicht gerade begeistert. Wir hatten dies schon in Deutschland bei der Botschaft in Kenia beantragt. Nachdem wir Geld gewechselt haben (1 Euro entspricht 88 kenianische Schilling) geben wir unser Gepäck für das Hotel ab und treffen uns mit anderen Safari-Fahrern auf dem Parkplatz des Flughafens. Kurze Begrüßung durch den ‚Chef’ und den besten Wünschen für die Fahrt (Hinweis für die Trinkgelder 3$ pro Tag und Person wäre klasse). Unser Fahrer heißt Katana.

Katana

Fahrbahn Sand + Buckelpiste

Um ca. 8:00 Uhr starten wir mit unserem netten Fahrer/Guide Katana und wir sind schon etwas geschockt von der Armut rund um Mombasa. Die ersten 50 km kommen uns endlos vor, die Straße ist eine Katastrophe. Ist das überhaupt eine Straße? Und so was nennt sich Transafrican Highway. Jede stillende Mutter serviert ihrem Baby hier Joghurt bei so einer Fahrt. Vieles erinnert an den Senegal: viel Müll, dürre Kühe, große Armut, einfache Hütten aus Holz oder Wellblech.
Nach 50 Km Buckel- und Sandpiste auf der Hauptverkehrsader A109 von Mombasa nach Nairobi (es geht nur im Schneckentempo) kommen wir auf den gut ausgebauten Teil (Katana berichtet, dass der Buckelpistenteil in den nächsten 2 Jahren fertig werden soll, der neue Teil ist wirklich super). Die Fahrzeuge hier haben grundsätzlich keine Abgasfilter, auch wenn auf dieser Straße (A109) nur 1% des Verkehrs von der deutschen A7 fährt, stinkt es hier wesentlich mehr als auf einer deutschen Autobahn.

Wir kommen um 12 Uhr in unserem Camp im Tsavo East Nationalpark an. Die Voi Wildlife Lodge ist relativ neu und befindet sich am Rande des Tsavo East National Park im flachen Bassin mit Blick auf die Kasigau und Sagalla Hills, sowie die Mwakingali Felsen.

Um 4 Uhr starten wir unseren ersten Game-Drive. Das Parkgate lag in unmittelbarer Nähe der Unterkunft. Nach den Formalitäten, Permit …, macht alles Katana, völlig ungewohnt für uns, fahren wir los. Zu Anfang denken wir, wir sind auf der Rallye Paris – Dakar. Normalerweise fährt man in Parks langsam, um auch etwas zu entdecken. Hintergrund war, Katana hatte über Funk erfahren (alle Busse sind per Funk verbunden), dass an einem bestimmten Stelle eine Gepardenfamilie gesichtet wurde. Wir kamen leider zu spät, hatten aber mit ‚Cheetahs’ am Ende noch Glück. Neben den vielen ‚Standard-Tieren’ haben wir noch niemals so viele Elefanten gesehen.

Voi Lodge

Elefanten Gruppe Tsavo East

An ‚jeder Ecke’ größere Herden und auch kleine Gruppen von Elefanten. Eigentlich sollten die Elefanten rot sein, da sie sich mit der roten Erde dieses Gebietes einpudern. Das konnten wir nicht feststellen, können wir aber mit dem Fotoprogramm leicht nachholen. Nach einem guten Abendessen ging es schnell auf's Zimmer, denn morgen starten wir um 7 Uhr und wollen um 6 Uhr aufstehen. Wir schlafen unter Moskitonetzen, die aber bei mir und Andi meist offen standen.


Fahrt zur Hauptstadt Kenias, Nairobi

Strassenschild Mombasa Nairobi

Straßenküche in Andei

Straßenküche in Andei

Wir fahren im lockeren Konvoi, Ziel ist die Hauptstadt Nairobi. Heute haben wir das Auto Ladegerät für den Laptop das erste Mal gebraucht, klappt gut (Zigarettenanzünder sind offensichtlich weltweiter Standard). Die Fahrt ist heute wenig spektakulär. Wir machen ein paar Stopps an Restrooms und natürlich an den ‚Einkaufsständen’. 8.30 – 8.45 Uhr short Stopp (Pinkelpause) in Mtito Andei. Diese „Stadt“ liegt auf halber Strecke zwischen Mombasa und Nairobi. Hier gibt es eine tolle Moschee aus Wellblech und viele Straßenküchen, die wir aber sicherheitshalber nicht probieren. Neben uns verläuft die Eisenbahnstrecke der Ugandabahn nach Nairobi – wo hat nur Finch Hutton in "Jenseits von Afrika" sein Elfenbein aufgeladen? Nach einer weiteren ½ Std. Stopp gegen 10.20 Uhr, Deutsche haben wohl eine schlechte Blase, erreichen wir um 13 Uhr das 'Carnivore', meint ‚Fleischfresser’. Die letzten 1,5 Std. vor Nairobi hatten wir wieder Schütteltour mit Augen-auf-und-durch-Überholen. Es gab Fleisch satt, alle möglichen Sorten: Von Chicken, Beef, Spare Rips, bis hin zu Lamm, Strauß, Kamel, Crocodile… Die Sachen waren alle gegrillt und es gab jeweils passende Soßen dazu. Es schmeckte gut, allerdings alles sehr stark angebraten, sodass man den Eigengeschmack des Fleisches kaum feststellen konnte. Von allem gab es natürlich bis zum Abwinken.

Anschließend hat Conny eine Runde MCP ausgegeben, um den Magen zu beruhigen. Nach dem Essen haben wir noch einen 'Verteiler' (Grappa und Kenia Gold, muss man probiert haben, sagt mindestens der ‚Iwanowski’), trotzdem brauchten Conny und Dieter anschließend schnell eine Toilette. Um 15 Uhr erreichen wir das Jacaranda Hotel. Die Fahrerei in Nairobi ist chaotisch. Man fährt wo Platz ist, drängelt ohne Ende, und wer das nicht tut, hat schon verloren. Highlight des heutigen Tages war eindeutig das Essen. Das Hotel lag außerhalb und wir kamen so spät an, dass wir das Museum der Schriftstellerin von ‚Out of Africa’ nicht mehr besuchen konnten.



Die Masai Mara unser Hauptziel in Kenia<

Great Rift Valleys Toiletten

Schulmädchen

Heute machen wir uns auf den Weg in die Masai Mara. Kurz vor 8 erreichen wir die Abbruchkante des Great Rift Valleys. Es ist sehr kalt! Die Toiletten sind sehenswert. Durch ein Loch fällt alles 50m tief in die Botanik und düngt die Gegend. Weiter geht’s bis um 9, schon wieder Pinkelpause? Touristen müssen wirklich eine schwache Blase haben, wenn das Standard ist, aber es gehen tatsächlich immer welche in Richtung Toilette.

Wir haben unterwegs viele Schüler wandern sehen, um 7 Uhr oder auch schon eher? sind die Uniformträger unterwegs. Auf dem Parkplatz eröffnet uns Katana, dass es ein Problem gegeben hat. Ein Fahrer hatte einen Auffahrunfall und hat sich den Arm geprellt und nun kann er nicht weiterfahren. Er fragt uns, ob 2 weitere Personen bei uns mitfahren können. Dem haben wir natürlich zugestimmt, was soll man auch in einer solchen Situation sagen. Damit haben wir nun ostdeutsche Mitfahrer (Erich und Astrid aus der Zone wie Conny zu sagen pflegt). Unsere Mitfahrer sind sehr verträglich, besonders Astrid hält sich sehr zurück. Ich habe Katana erklärt, dass wir für die besondere Situation natürlich Verständnis haben, die beiden bei uns mitfahren können, ich aber bei meinem Vertragspartner eine Kompensation verlangen werde, schließlich haben wir einen Aufpreis für eine private Tour bezahlt. Ewas enger in unserem Bus ist es schon, am meisten ‚leiden’ muss Conny. Zonen-Erich, wie Conny ihn mit ihrer Liebe zu Ostdeutschland nennt, filmt und kommentiert den Streifen gleich. Alle Kommentare beginnen mit ‚So’ z.B. ‚So nun sehen wir einen Löwen der sich gemächlich in die Sonne legt, seine Frauen haben gejagt und er ist ‚vollgefressen’.
Super Kommentar für Zonta - Members (Serviceclub für die Gleichstellung der Frauen), obwohl er ja Recht hat. Die beiden Mitfahrer werden uns bis Naivasha erhalten bleiben.

Besuch eines Masai Dorfes in der Mara

Masai Männertanz

Masai Frau mit Kind hoch

Irgendwann, 70 km vor dem Ziel, verlassen wir die Straße, die zumindest halbwegs noch den Namen Straße verdient, und fahren in die Pampa. Keine Hinweisschilder, keine richtige Straße! Busch! Hoffentlich weiß Katana, wo er hin muss. Wir wären hier aufgeschmissen ohne GPS. Aber Katana scheint den Weg zu kennen. Vielleicht fahren wir ja auch einige Umwege, das merkt man gar nicht… Um 13.15 Uhr erreichen wir die Masai Mara Sopa Lodge (2104m hoch, 206km südlich des Äquators), obwohl wir teilweise gezweifelt haben, ob wir noch ankommen. Das Camp ist relativ groß, es kommt einem vor wie Hotelbetrieb in der Savanne. Wir haben mit Katana vereinbart um 3 Uhr ein Massai Dorf zu besichtigen (Kosten 1000 Schillinge pro Person, damit für uns Vier ein Unsumme von 50 Euro, Wahnsinn). Das ist so was wie Eintrittsgeld / Fotografiererlaubnis / Tanzvorführung und Homestory in einem.

Masai Krieger

Masai Mädchen

Von einem Führer wurden wir durch das Dorf geführt, er hat uns das Leben der Massai erklärt und seine Hütte gezeigt. Wir kriegen den Begrüßungstanz der Männer, den Gesang der Frauen und eine Manyatta von innen zu sehen. Dann dürfen wir selbstverständlich auf dem massaieigenen Markt einkaufen. Andi möchte sich setzen, aber….überall Scheiße im wahrsten Sinne des Wortes. Irgendwann nimmt ihn ein Massaikrieger am Arm, Andi ist kalkweiß und hat überall Schweißperlen im Gesicht. Die Krieger sind sehr besorgt. Vor dem Markt setzen wir ihn auf ein Stück Restgrün in den Halbschatten, 5 Massais um ihn rum… Nach fünf Minuten geht’s ihm etwas besser und wir gehen zum Auto. Vorher wollten wir eine typische Halskette kaufen, wir hatten sie eigentlich schon bezahlt und warteten nur noch auf das Wechselgeld, das wir aber schon abgeschrieben hatten durch Andis Schwächeanfall, aber nein… eine Massaifrau brachte uns das Geld hinterher und als Dieter es nicht annehmen wollte, schenkte sie uns eine zweite Kette. Sehr nett die Massais, auch wenn das Dorf natürlich ein Touristennepp ist.

Löwin im Grass

Thomson Garzelle

Gnuherde

Dann geht es in die Masai Mara. Zunächst kann man nicht glauben, das hier in der endlosen Weite, grünen Hügel und Akazienwälder, schätzungsweise 3 Millionen Tiere leben. Es ist der einzige Park Kenias, in dem man die Pisten mit dem Fahrzeug verlassen kann. Nach wenigen Kilometern treffen wir auf die ersten Herden. Unvorstellbar ist diese einzigartige Tierwelt in ihren Dimensionen. Gnus soweit das Auge reicht, sicher zum Teil Tausende in einer Herde, die auf ihrem Track im Juli / Aug. in der Massai Mara optimale Weidegründe finden. Ein wenig erinnert das Bild an den Wilden Westen Amerikas, als es noch riesige Bisonherden gegeben hat.
Wir profitieren häufig in den Parks davon, dass alle Fahrer ständig über Funk verbunden sind. Am Ende der heutigen Pirschfahrt wurden wir über eine Löwengruppe informiert. Nach vielen Fotos gab es eine weitere Löwin auf einer Anhöhe. Die neue Canon EOS 30D bewährt sich sehr, besonders die Autofokuseinrichtung und die Tatsache, dass man zwischendurch nicht mehr 'aufziehen' muss.

Um 17.15 Uhr bekommt Katana über Funk die Position von weiteren Löwen mitgeteilt. Wir konnten gar nicht aufhören zu fotografieren, obwohl wir das Dach kurz wegen eines Regenschauers schließen mussten. Kurz nach 6 Uhr wollten wir zum Gate, haben aber noch eine weitere „Löwenstelle“ gefunden. Letzte Fotos! Und um 18.40 Uhr verlassen wir die Masai Mara für heute. Mittlerweile ist es wieder etwas kühl, so dass wir das Dach schließen mussten. Die Temperaturen sind hier scheinbar bekannt, denn in unserem Bett liegen 2 Wärmflaschen.

Marafluss mit Flusspferden

Hippos am Marafluss

Mara Grenzstein

Wie immer ist Abfahrt ‚7 o’clock’, das bedeutet 6 Uhr aufstehen und fertig machen, 6:30 Uhr frühstücken. Wir fahren Richtung Norden und sehen im unteren Teil der Masai Mara wieder viele Tiere. Die Fahrt ist sehr aufwendig hoch bis zum Mara Fluss an der Grenze zu Tansania. Der Fluss stellt hier die Grenze zu Tansania dar, auf der anderen Seite beginnt die Serengeti (bekannt aus Funk und Fernsehen ‚Serengeti darf nicht sterben’ Prof. Dr. Grzimek) An der Grenzmarkierung aus der Kolonialzeit kann man erkennen, dass in den letzten 50 Jahren ca. 1 Meter Erde erodiert ist. Neben Flusspferden und Krokodilen ist hier sehr wenig zu sehen (jedenfalls gemessen an dem, was wir hier in Kenia bereits erlebt haben). Das Aufsuchen der Migrationspfade, wo hunderte Gnus den Fluss durchqueren, ist leider nicht vorgesehen. Wenn wir diese Reise individuell zusammengestellt hätten, wären wir jetzt sicher den Fluss hochgefahren. Allgemein muss man feststellen, dass es sich um ein sehr streng organisiertes Programm handelt, die individuellen Abweichungen, die wir uns vorgestellt haben, finden praktisch nicht statt. Wir fahren in einem virtuellen Konvoi und müssen zu bestimmten Zeiten bestimmte Punkte erreicht haben. Einerseits geht Individualität verloren, andererseits hätten wir allein nie soviel gesehen. In der Masai Mara gibt es praktisch keine Hinweisschilder und Pläne, ohne Fahrer benötigt man hier einen Rancher oder Minimum ein GPS System.

Löwe Felsen

Wir sind heute den ganzen Tag auf Pirschfahrt in der Masai Mara, wobei wir kaum selber Tiere 'suchen', sondern mehr nach Funkansage fahren. Was wohl „kaschatami“ und „akutscha“heißt? Nach einigen Gazellen und 2 Kongonis „finden“ wir einen männlichen Löwen auf einem Felsen liegen, direkt am Weg. Nach einer Fotosession fahren wir zur Lodge Keckorok, um dort eine kurze Pause zu machen.
Hier ist es so, wie wir es aus Südafrika kennen, sauber und ordentlich.Wir fahren immer noch mit Erich und Astrid im Auto. Wie lieben wir die Filmkommentare von Zonen-Erich: „So Papa Löwe liegt da und ruht sich aus nachdem Mama Löwe ihn versorgt hat.“ Dann fahren wir durch tausende Gnus, sehen einige Zebras plus ein totes Zebra mit Geier und Antilopen in Richtung Mara River. Nachdem wir den Mara überschritten haben, sind wir in der Trans-Mara. Hier wollen wir unter einem Baum (natürlich mit allen anderen Private Safari Bussen) picknicken. Wenn ich mir die Leute so anschaue, weiß ich, warum ich Gruppenreisen nicht besonders liebe. Wir haben mit Zonen-Erich und Astrid fast noch einen Glücksgriff gehabt. Der eine Typ sieht aus wie ein Beamter, der kaum über seinen Schreibtisch schauen kann, was ihn wohl bewogen hat, so eine Fahrt zu machen (seine Frau?). Die Lunchbox der Mara Sopa Lodge geht so – Obst, ein süßes Brötchen mit ungenießbarem Käse und eins mit Fleisch, Saft, Banane, Orange, Nüsse, gebratenes Hähnchenteil, Ei. Andi meint dazu: „Endlich mal ein vernünftiges Essen“.

Geier und Marabus

Geier auf Zebra

Dann geht’s weiter, aber nur ein kurzes Stück, denn um 13.45 Uhr haben wir einen Platten, mitten in der Masai Mara. Der Vorteil eines Konvois ist, dass alle Fahrer zusammen den Reifen wechseln und wir nicht mithelfen müssen – das Ganze läuft aber ziemlich afrikanisch ab, 5 Fahrer brauchen 15 Min. Zonen-Erich dazu: „So, jetzt haben wir einen Platten. Mutti setzt sich ins Gras und hinter ihr lauert schon der Löwe.“ Der „Beamte“ schaut echt kritisch, hält sich aber Gott sei Dank mit Kommentaren zurück. Nach 15 Minuten geht es weiter. Katana fährt hin und her auf der Suche nach einem Nashorn, das aber schon in den Busch gerannt ist. Wir „entdecken“ die ersten zwei Büffel, kurz danach ca. 60 weitere, dann 100 oder 200 direkt am Pad. Man kann gar nicht vorbeifahren, sonst hätte Katana sie vielleicht auch nicht gesehen, außer er hätte über Funk die Info bekommen. Zonen-Erich: „So, von der anderen Seite schleicht sich Mama Büffel mit Baby an unser Auto ran.“ – Klasse!
Geier ohne Ende – auf der rechten Seite des Autos sitzen sie und warten, links von uns wird ein Restzebra ausgenommen. Appetitlich ist das nicht unbedingt. Der ganze Geierkopf verschwindet in dem Zebra – echt ekelig.

Büffel in der Mara

Nichts desto trotz haben wir super viel Tiere gesehen und manches hätten wir alleine nie gefunden (Katana ohne Funk auch nicht). Selbst die Büffel waren nur zu einem Viertel zu sehen, da das Gras bis zu 2 m hoch ist. Von weitem erinnert es an riesige Getreidefelder. Bis morgen zum Lake Naivasha fahren Astrid und Erich noch mit uns, dann ist hoffentlich ihr Fahrer da. Sie waren vorher mit 2 Holländern in einem Bus und hatten schon vermutet, dass es bis zum Ende so bleibt, da ja eigentlich keine Veranlassung besteht, einen weiteren Bus einzusetzen. Wir haben sie dann aber informiert, dass wir das nicht mittragen werden… Ich finde es schon sehr beengt zu sechst im Bus, obwohl Astrid sich sehr zurückhält – dafür macht sich Zonen-Erich etwas breiter. In der folgenden Pause laden wir alle Elektrogeräte, da uns der nette Mann an der Rezeption erklärt hat, wie man Eurostecker in 3-polige Steckdosen bekommt. Und ich kann endlich mal ordentlich meine Haare bearbeiten, natürlich ohne Fön, aber mit Lockenstab, dauert nur unwesentlich länger (3fache Zeit). Heute bleiben wir echt lange auf, da um 22 Uhr die Hyänen-Fütterung (animal feeding) angesetzt ist – ein recht kurzes Spektakel – die Hyänen warten schon vorher (die haben eine gute innere Uhr), als wir um 21.45 Uhr ankommen. Um zehn kippen zwei Männer eine Regentonne voll Fleischresten in eine Metallschale und um zehn Uhr fünf ist diese leer. Ca. 20 Hyänen stürzen sich darauf und man hört das Knacken der zerbissenen Knochen. Zwei kleine Schakale versuchen noch die Reste zu erhaschen.
Abends begleitet uns immer ein Farbiger mit Taschenlampe von und zu unserem Zimmer – Security – wovor will der uns hier schützen? Wir sehen es eher als ABM-Stelle oder 1€-Job an, da sie natürlich jedes Mal von uns 100 Kshs bekommen.


Fahrt zum Lake Naivasha

Schild Sopa Lodge

Pumping Road Regen

Die Straße ist katastrophal, die Leute nennen es hier „pumping“ oder „Lambada“-road. Wir fahren wieder mehr neben als auf den Asphaltresten. Der Verkehr ist dafür ziemlich stark. Pkws sieht man nur wenige (nur in Nairobi), dafür sind Unmengen an LKWs, Bussen und Safaribussen unterwegs. Es ist nicht nur frisch in Afrika, es regnet auch. Eigentlich stellen wir uns afrikanisches Wetter anders vor. Die Fahrt ist relativ eintönig, angeregte Diskussion mit Erich und Astrid. Er hat sich nach der Wende neu orientiert als Berater / Verkäufer für Wasserversorger, sie ist Lehrerin (frustriert) und geht bald in Vorruhestand. Wir kommen relativ spät 14 Uhr in der Naivasha Sopa Lodge an. Der verletzte Fahrer Dani stößt wieder zu unserer Gruppe und Dieter hatte eine längere Unterredung mit ihm. Dani erklärt, dass er bereits eine Menge Stress wegen des Unfalls hatte und seine Organisation ‚Private Safari’ habe ihn aufgefordert, er möge das Problem doch vor Ort lösen, sonst wäre er ‚raus’. Er bietet uns an, die Kosten für die Bootsfahrt zu übernehmen und, wenn wir möchten, eine Mombasa Stadtrundfahrt als Kompensation. Nach kurzer Besprechung mit der Familie willigen wir ein (unsere soziale Ader ist nicht zu stoppen). Heute haben wir alle Fahrer glücklich gemacht. Man spürt schnell in dem Gespräch, dass das ganze Risiko auf die Letzten in der Kette (die Schwächsten), die Fahrer abgewälzt wird. Damit ist für uns das Thema abgeschlossen.

Colobus Affe

Schild Sopa Lodge

Schild Sopa Lodge

Die Naivasha Sopa Lodge ist mit Abstand unsere schönste Unterkunft in Kenia. Am Südufer des Lake Naivasha liegt die Anlage, die perfekte Mischung aus Luxus und Safari-Atmosphäre bietet. Nicht nur der passionierte Vogelbeobachter kommt hier auf seine Kosten, auch kann man eine Vielzahl von anderen Tieren beobachten und Fotos machen, u.a. von den putzigen Colobus-Affen. Im Garten sind viele Vögel – grüne ? und Malachit Kingfisher und Affen – klasse! Unsere „Kleinen“ sind ganz begeistert und füttern die Affen, Meerkatzen, mit den letzten Leibnitzkeksen. Um 15 Uhr geht’s zur Bootsfahrt – es sieht schon ziemlich nach Regen aus, aber die Reiseführer sagen, es regnet erst um 4 Uhr. Ich überlege noch, ob das Boot wohl eine Toilette hat!! Als wir die Schwimmwesten sehen, befürchten wir schon, rudern zu müssen – kein Problem für 3 starke Männer – da kann ich mich doch locker zurücklehnen, oder? – aber Andi, der Mann mit den guten Augen, entdeckt gleich die Benzinkanister. Ich hatte eher mit einem Ausflugsdampfer (so’n Alsterschiff) gerechnet, aber wir pütschern in einer 6-Personen-Jolle mit Astrid und Zonen-Erich über den See. 50 Flamingos, ca. 100 Pelikane, Störche, Ibisse, ägyptische Gänse, Kormorane, Reiher und 2 Fish Eagles sind da, und natürlich Hippo-Familien. Die scheinen hier echt selten zu sein, anders als in Südafrika oder Namibia, denn die Führer sind immer mächtig stolz, uns die Dinger zu zeigen. Die Familien der Hippos bestehen hier jeweils aus einem Papa und girls, die boys werden gleich nach der Geburt gekillt vom Papa, da er keine Konkurrenz ranzüchten will, erklärt uns der Führer.

Lake Naivasha Vogel

Schild Sopa Lodge

Hippos am Lake Naivasha

Super, Kommentar von Zonen-Erich zu seinem Film: „So, hier sehen wir eine Hippo-Familie. Sie liegen faul im Wasser. Papa Hippo beißt alle Jungen tot und lässt nur die Mädels leben. Mama Hippo sagt nichts dazu.“






Fahrt / Reise in den Amboseli Nationalpark

Panne Nummer 2

Wahnsinnsstrecke, speziell das letzte Stück, wir haben unseren 2’ten Platten. Späte Ankunft 2:30 Uhr. Gamedrive heute ab 15:30. Der Unterschied zu Iwanowski Planungen ist, diese Lodge liegt z.B. 30 Min. Fahrzeit vom Parkeingang entfernt. Die Landschaft ist etwas karg und eintönig, vielleicht sind wir auch nur bereits ‚übersättigt’ mit Eindrücken. Tiere gibt es wieder sehr viele zu sehen (Löwen, Elefanten, Hyänen, ….). Die Weidetiere sind längst nicht in so großen Herden anzutreffen wie in der Masai Mara, aber trotzdem sind es wesentlich mehr als im südlichen Afrika. Die Elefanten sind hier alle 'zweifarbig', unten schwarz oben grau, sie treiben sich einfach liebend gerne in den Sümpften rum, daher diese Wasserline.

Elefanten mit Wassermarke

Elefanten im Sunpf

Heute Morgen haben wir in der Lodge noch $ gewechselt. Bürokratie!! in Afrika, jede einzelne Nummer der $-Noten wird vermerkt und Scheine, die vor 1996 gedruckt wurden, nehmen sie erst gar nicht an – Fälschungsgefahr. 8.45 Uhr – wir sind in Nairobi – Chaos-Verkehr – Regeln gibt es glaub ich nicht – jeder fährt drauf los, wie er nur kann. Jetzt hat Nico einen Platten. Wir halten direkt am Kreisverkehr. Hier in der City geht das Reifen wechseln deutlich schneller. Das Sicherheitsrisiko scheint hier größer zu sein als in der Mara. Wir sollen auch möglichst im Wagen bleiben. „Pole pole“ (ganz langsam) wird in Kenia sonst groß geschrieben. Auf Wechselgeld wartet man ewig. Gestern Abend schlug Andi dazu vor: „Er soll sich die 2€ an den Ar… piercen.“ Wäsche nimmt man auch im Regen nicht ab, wozu auch, irgendwann scheint die Sonne schon wieder – pole pole. Spätestens alle 50 km ist hier eine Polizeikontrolle auf den Straßen. Keine großen Absperrungen, nein zwei Polizisten, die am Rand stehen und auf der Straße ein „Nagelbrett“ (Metallstreifen mit hoch stehenden, eingeschlagenen, dicken Nägeln). Keiner brettert da durch. Die Touribusse müssen nie halten, aber jeder LKW wird kontrolliert. Hier bessern die Polizisten z.T. ihr Gehalt auf. Christian vermutet, dass Kenia die gesamte Hiace-Produktion von Toyota aufkauft, so viel Minibusse fahren hier rum, teilweise mit Touris, teilweise als Matatus (= Öffentliches Verkehrsmittel), voll beladen. Außer in Nairobi scheint hier kaum jemand ein Auto zu besitzen. Alle fahren hier mit dem Matatu (auch handytelefonierende Anzugträger), gehen zu Fuß, oder radeln. In den ländlichen Bereichen wird noch viel auf Eselskarren transportiert.

Elefant mit Madenpicker

Am Highway stehen immer wieder große Schilder „primary school“ oder „secondary school“ und weit und breit ist nichts zu sehen, außer einer Wellblechhütte. Ist das die Schule? Seit Nairobi ist das Wetter besser, zwar noch bewölkt, aber trocken. Im Supermarkt dort werden wir voll über den Tisch gezogen, statt 100 Kshs kostet hier die Cola 250 Kshs. Um 11 Uhr setzt Katana uns an einem Curio shop aus. Hier gibt es einen Gürtel für Christian, den Dieter von 6000 auf 1300 Kshs runterhandelt. Für seinen Cola-Gürtel und 100 Kshs bekommen wir noch eine Mini-Holzantilope. Bisschen nervig ist es schon, erst wollen sie tauschen und dann noch zusätzlich an unser Geld. Die Verhandlungen um zwei Holzgiraffen scheitern am Preis. Von 5000 auf 2800 ist der Verkäufer noch mitgegangen, das war uns aber noch zu teuer, darunter wollte er nicht. Jetzt kennen wir zumindest die Preisgrenzen. 12 Uhr starten wir weiter – Wellblech-Schotter-Piste – man kann sich nicht unterhalten und lesen ist unmöglich. Nicht nur das Auto, auch wir sind anschließend paniert. Wir fahren an „Dörfern“ mit Dixie-Klos vorbei. Um 13.45 Uhr hält Katana, obwohl er zuvor richtig über die Piste geheizt ist und die Rinder und Schafe verscheucht hat – der rechte (wieder) Reifen hat schlappgemacht. Wieder helfen alle anderen vier Fahrer beim Reifen wechseln, so dass wir erst verspätet um 14.15 Uhr ziemlich kaputt und staubig die Amboseli Lodge erreichen. Nach einem späten Mittagessen (Andi isst mal wieder nur Brot in chicken soup getaucht), haben wir bis 15.30 Uhr Pause, dann ist game drive angesagt. Samstags ist in Afrika scheinbar Waschtag. Überall an den Brunnen waschen die Frauen, z.T. in Schubkarren ihre Wäsche und hängen sie dann in die Büsche zum Trocknen.

Game drive: ½ Std. brauchen wir schon zum Kimani gate (die Lodges außerhalb der Parks scheinen sehr viel günstiger zu sein). Wir sehen Thomson Gazellen, Kronenkraniche, 1 Falken, Warthogs, Ibisse, natürlich Gnus, Zebras, Giraffen und viele Elefanten. Kurz vor 19 Uhr sind wir kaputt und wieder in der Lodge. Der Kilimajaro hat sich leider sehr bedeckt gezeigt, dafür ist es abends hier wärmer und man braucht keine Jacke mehr. Gut, denn Andis Sweatshirt ist weg, hat sich in Luft aufgelöst. Auf der Überlandfahrt werden wir immer wieder nett gegrüßt und Dieter stellt fest, dass sich die Fröhlichkeit der Menschen hier umgekehrt proportional zum Reichtum verhält.


Fahrt in den Tsavo West Nationalpark

Kilimandscharo


Heute Morgen geht es eine halbe Stunde eher los als sonst. Wir haben klare Sicht auf den Kilimandscharo. Katana sucht einen guten Standort für Fotos und erzählt uns, dass um diese Jahreszeit der Blick nur bis 7 Uhr morgens auf den Berg frei ist. Tatsächlich ist er ab diesem Zeitpunkt total mit Wolken verhangen. Anders als meine Erwartung handelt es sich nicht um einen einzelnen Berg, sondern eher um ein Massiv mit zwei Gipfeln. Wir machen noch einen kurzen Abstecher in den Amboseli-Park und fahren dann weiter zum Tsavo West Park. Die angeblich geplante Begleitung durch das Militär findet offensichtlich nicht statt oder sie sind so gut getarnt. Wir fahren allein an der Grenze zu Tansania lang, dieses Gebiet soll angeblich besonders unsicher sein. Aber uns ist nichts passiert.

In Summe ist der Amboseli Park sicherlich der weniger attraktive.

Tsavo West ist nicht nur um ein Vielfaches größer, sondern bietet viele verschiedene Landschaften (erinnert etwas an den Krügerpark). Um 3 Uhr starten wir bereits mit dem Gamedrive und fahren in ein spezielles (umzäuntes Gebiet) für Nashörner. Zu dem Zeitpunkt fehlen uns noch Nashörner und Leoparden auf unsere ‚Liste’. Sehr engagiert suchen wir die Gebiete ab. Plötzlich entdeckt Conny einen Leoparden direkt am Weg liegend. Nachdem Katana zurückgesetzt hat, können wir noch einen kurzen Blick erhaschen, dann ist er im relativ hohen Busch verschwunden.

Black Rino Tsavo West

Zebra Tsavo West

Leo Tsavo West

Wir befanden uns bereits auf der Rückfahrt als Katana noch mal umdrehte und mit irrem Tempo durch den Busch jagte (80 - 100 Km/h, 40 sind erlaubt). Er redet ja nicht so viel und für uns ist es dann immer eine Überraschung was zu sehen ist. In einem Pulk von Safaribussen steht ein Leopard auf der Straße. Optimale Fotos sind leider nicht möglich, aber das ist natürlich ein super Abschluss. Nun haben wir doch die 5 ‚Big Five’ zusammenbekommen (Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe und Leopard). Unsere letzte Unterkunft die Ngulia Lodge ist sicher nicht doll ausgestattet, sie hat aber vor dem Restaurant / Terrasse einen super Ausblick auf ein Wasserloch. Praktisch während unseres gesamten Aufenthaltes haben sich mehrere Elefantenherden in unmittelbarer Nähe aufgehalten. Elefanten machen sehr ungewöhnliche Geräusche, eine Aufnahme (per Kamera) haben wir leider vergessen. Gegen Abend wurde an einem speziellen Baum ein Stück Fleisch angebunden, um den Leoparden anzulocken. Er kommt im Schnitt jeden zweiten Tag. Christian und ich haben die Möglichkeit genutzt, uns wecken zu lassen, wenn ‚er’ kommt (an der Rezeption lagen Listen aus). Leider haben wir durchgeschlafen und das Fleisch hing morgens noch unberührt am Baum.

Rückfahrt nach Mombasa und in unser Strandhotel

Glossy stars

Nachdem wir gestern einen wirklich erfolgreichen Safaritag hatten, ist das ganze Team (Familie) froh, in die Zivilisation zurückzukehren, soweit man das in Kenia sagen kann. Wir brauchen schon keinen Wecker mehr! Da wir früh dran sind, denken wir, wir tragen den Koffer selber die 5 Schritte zum Auto – Fehlanzeige – die „jambo“- Männer warten schon vor den Zimmern. Nach einem guten Frühstück (wie immer Eier mit Speck ‚over easy’) in der Ngulia Lodge starten wir unsere Rückfahrt. Kurz vor der Abfahrt um 7 fragt uns so’n Jambomann nach der Zimmernummer und sagt: „In room 43 we miss a towel.“ Das einzig tolle an dieser Lodge waren nämlich die weichen, orangen Handtücher und Christian wollte eines als Souvenir – super peinlich!

Elefantensperre

Wir fahren auf die Pirsch am Rhino sanctuary und werden von einem recht wütenden Elefantenbullen zum Umdrehen gezwungen – etwas Adrenalin wurde da schon ausgeschüttet, der kam immer näher und die Straße war eigentlich zu eng zum Wenden. Und dann rast Katana wieder los, diesmal ohne vorherige Funkansage. Entweder hat er Samenstau und will zu seiner Frau, oder wir sind auf der Flucht, weil er auch ein Handtuch mitgenommen hat.
Gegen 8 Uhr treffen sich wieder alle am Gate und es geht auf den Transafrican Highway. Diesmal gibt es nur einen Stopp zwischen 9.45 und 10.10 Uhr, dann geht es direkt zum Leopard Beach Hotel. Auf der einspurigen Straße fahren zum Teil 4 Autos nebeneinander. Man überholt rechts oder links, auf der Straße oder daneben. Die letzten 50 km Buckelpiste sind schon gar nicht mehr so schlimm (aber wieder höllisch laut), so sehr haben wir uns schon an die Straßenverhältnisse gewöhnt. Wenn jemand z.B. eine Panne hat, bleibt er mitten auf der Straße stehen und „sichert“ die Unfallstelle mit einigen Büschen oder Steinen vom Straßenrand, Warndreiecke haben die hier nur zur Tarnung. Andi abschließender Kommentar zu dieser Rundreise, die er schon auch genossen hat, was er aber nie zugeben würde, war: „Hier habe ich wenigstens alle Waffen von counter strike mal im Original gesehen.“ Stimmt, überall laufen hier bewaffnete Polizisten oder security men rum. Hoffentlich können die mit den Dingern auch umgehen. An der Fähre zur Südküste warten nur wenige LKWs, so dass wir die erste mögliche Fähre nehmen können, mit hunderten afrikanischen Fußgängern. Gegen 13 Uhr erreichen wir das Hotel. Die Anlage ist super, der Strand toll und voller Jambo-Verkäufer. Jetzt beginnt unser Bade- und Strandurlaub.


Katanas Sichtweise zu den Problemen in Kenia (Afrika)

Anti Corruption box

Viele Hilfestellungen von außen (z.B. EU) verpuffen, da das Geld in Regierungsstellen und der Verwaltung versickert. Korruption, angefangen mit dem aktuellen Ministerpräsidenten ‚Kibaki’ und seiner Riege, ist das Problem, das Kenia kaputtmacht. (Anmerkung: In allen Reiseführern und im Internet wird dieses Thema angesprochen. Wir sehen viele Plakate, die sich gegen Korruption wenden, sogar eine Box für Verbesserungsvorschläge.)

Ein weiteres Problem ist die Ausbeutung der Armen. Einige wenige Reiche nutzen die Arbeitskräfte gnadenlos aus. Für manche Arbeiten werden Pfennigsbeträge (Kenianische Schilling) pro Tag bezahlt. In Kenia gibt es ein Sprichwort: Kenia arbeitet ausschließlich für den Magen (wir würden sagen sie leben von der Hand in den Mund) Solidarität gibt es nur noch in der Familie, auch die staatlichen Leistungen sind so stark eingeschränkt worden, dass z.B. das staatliche Gesundheitswesen fast nicht mehr funktioniert. In ein staatliches Krankenhaus geht man nur noch zum Sterben.

Mein Einwand, dass es aber doch auch positive Beispiele gäbe, z.B. das Bildungswesen, alle könnten zur Schule gehen und es wäre kostenfrei. Der Schulbesuch ist zwar kostenfrei, aber die Qualität der Lehrer und die Umstände eine Katastrophe. Außerdem könnten viele nicht zur Schule gehen, da sie die Nebenkosten (Schuluniform, Bücher, Material…) nicht bezahlen können. Er schickt seine Kinder auf eine Privatschule und arbeitet hart, damit das möglich ist. Diese neue Generation hat alle Möglichkeiten es besser zu machen. (Für seine Kinder mag das gelten, für die Allgemeinheit in Kenia bin ich da nicht so optimistisch, allein das Bevölkerungswachstum und das Aidsproblem).

Aids betrachtet Katana als ein importiertes Problem.